Bürgermeisterin Elke Stadeler sprach nicht nur angesichts des dicken Aktenordners voller Papier von einem "Riesenpaket", das in den vergangenen Monaten geschnürt wurde. Über die gesamte Laufzeit hat der Vertrag einen Wertumfang von rund 7,5 Millionen Euro. Pro Jahr erhält das Unternehmen, das laut Geschäftsführer Christian Goy Erfahrungen aus den Niederlanden und Deutschland, beispielsweise aus Cottbus, mitbringt, von der Stadt ca. 375 000 Euro. Gegenüber vorherigen Summen ist das eine Einsparung von mehr als 100 000 Euro jährlich.
Dafür ist nicht nur vereinbar, dass Störungen, von denen Gefahren ausgehen, innerhalb von zwei Stunden und Ausfälle von mehr als vier Lampen hintereinander innerhalb von 24 Stunden beseitigt werden. Vielmehr sind auch ein Erneuerungsplan und ein Energieeffizienzkonzept verbrieft. Letzteres soll innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden. Allein in diesem Zeitraum würden 1200 Leuchten und 475 Masten ersetzt, die nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entsprechen, hieß es am Rande der Vertragsunterzeichnung. Dadurch könne immens Energie eingespart und damit der Treibhausgasausstoß deutlich verringert werden, wie es die Klimaschutzziele der Kommune erfordern.
Der über das Effizienzkonzept hinausgehende Erneuerungsplan ist in Fünf-Jahres-Scheiben gegliedert und greift vor allem im zweiten Teil der Laufzeit. Nach 2025 sollen dann noch einmal 400 bzw. 320 Leuchten und 135 bzw. 210 Tragsysteme getauscht werden. 2034 dürfe keine Leuchte alter als 30 und kein Mast älter als 55 Jahre sein, so die Verabredung.
Das Geschäft war im Vorfeld europaweit ausgeschrieben worden. Vier Firmen hatten Unterlagen abgefordert, drei ein Angebot abgegeben. Eine Direktvergabe an die Stadtwerke als "In-House-Geschäft" mit einem städtischen Unternehmen war laut Bürgermeisterin nicht möglich, weil die Stadtwerke keine hundertprozentige Tochtergesellschaft sind. Das bestätigte SSG-Geschäftsführer Andreas Gagel, der Alliander-Chef Goy zu dem Abschluss beglückwünschte. Die Stadtwerke hatten sich an der Ausschreibung beteiligt, waren aber knapp unterlegen. Die Bürgermeisterin wollte keine genauen Zahlen nennen, sprach nur von einem "Kopf-an-Kopf-Rennen". Insofern könnten wenige tausend Euro entscheidend gewesen sein.
Gagel ließ sich jedenfalls kaum etwas anmerken, sprach von einem entgangenen "Nebengeschäft". Die Stadtwerke hätten auch ohne dies "noch genug zu tun", sagte er. Zumindest etwas versüßt wird ihm die Niederlage dadurch, dass Alliander die Energie von seinem Unternehmen beziehen wird. Für die Wartungsarbeiten sei überdies eine weitere Firma aus der Region gebunden, hieß es.
Das Interesse von Alliander an Strausberg hängt möglicherweise auch damit zusammen, dass die Firma Ende 2011 in Berlin bei einer Neuausschreibung nicht wieder zum Zuge kam. "Den Vertrag hat sie erfüllt", erklärte Petra Rohland von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Sie wollte sich aber gegenüber der MOZ nicht weiter zu den Erfahrungen äußern. "Wenn die Stadt an uns herangetreten wäre, hätte sie sicher mehr erfahren", sagte sie.
Zuständig sein für Strausberg wird ab März Peter Jezewski, der sich derzeit um Cottbus kümmert. Störungen können dann über eine kostenfreie Hotline gemeldet werden oder per E-Mail.
Kontakt: Tel. 0800 9080305, E-Mail sc-strausberg@stadtlicht.de