Mit einem Forum im Tagungszentrum am Fischerkietz wurde am Montagabend der offizielle Startschuss für die Beteiligung der Öffentlichkeit am neuen Agenda-Prozess eingeläutet. Am Ende soll ein neues Programm für eine nachhaltige Entwicklung bis 2020 stehen. Das Interesse war eher gering.
Hatten sich bei der Auftaktveranstaltung zur lokalen Agenda 21 im Jahr 2000 im Klub am See noch etwa 100 Bürger beteiligt, saßen diesmal nur um die 30 Teilnehmer im Saal. Vor allem das Fehlen der Jugend und von Vertretern von Bildungseinrichtungern wurde von anderen Akteuren beklagt.
Eine detaillierte Diskussion zu dem im jüngsten Amtsblatt und auf der Internetseite der Stadt veröffentlichten Entwurf war nach Aussage von Agendabeiratschef Hans-Dieter Nagel nicht Ziel der Veranstaltung. Vielmehr wollte man Themen kurz anreißen und zur Diskussion auffordern. Wie er erläuterte, sei der Punkt Natur und Umwelt diesmal nicht an erste Stelle gerückt, weil er eigentlich alle Handlungsfelder – Stadtentwicklung und Wohnen, Energie und Klimaschutz, Wirtschaft, Mobilität, Erholung und Tourismus, Soziales, Bildung, Kultur und Sport sowie interkommunale Kooperation – durchdringe. Allerdings gibt es noch ein gesondertes Kapitel.
Zu jedem dieser Themenfelder ist der derzeitige Stand aufgelistet. In der Hinsicht sei seit der Erstauflage der Agenda „einiges erreicht“, resümierte Bürgermeisterin Elke Stadeler, die allen Akteuren dafür auch dankte. Überdies finden sich im Programmentwurf „Nachhaltigkeitsziele“ und Maßnahmen. Im Punkt Mobilität ist zum Beispiel aufgeführt, dass die Stadt weiter auf den für 2013 in Aussicht gestellten 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Nord drängen werde. Für die Ortsteile sollen „zuverlässige Alternativen zum motorisierten Individualverkehr“ erreicht werden, auch abends und an Wochenenden. Formuliert ist als Ziel ebenfalls, die Altstadt von Staub und Verkehrslärm zu entlasten. Dies passe aber nicht zum Altstadtcenter-Projekt, monierte Jochen Wolf vom Seniorenbeirat.
Genannt sind weiter „Indikatoren“, anhand derer eine „Erfolgskontrolle“ erfolgen könne, alles abrechenbar wird. Und neben „freiwilligen Selbstverpflichtungen von Unternehmen“, zum Beispiel von den Stadtwerken in Richtung Erhöhung der Einspeisung regenerativer Energien, sei eine rege Mitarbeit der Bevölkerung erwünscht. Bereits am Montag wurde moniert, dass das Thema Kultur im Papier „unterbelichtet“ ist. Eine Frau mahnte ein kulturelles Zentrum wie das Bürgerhaus Neuenhagen an. Angeregt wurden unter anderem Patenschaften für öffentliches Grün, ein Testfeld für kleine Windkraftanlagen „zum Anschauen“, Maßnahmen zur Grundwasseranreicherung und die Benennung von Ansprechpartnern.
Andreas Becker von der EWE stellte Gedanken zur Elektromobilität vor. Strausberg sei „prinzipiell gut geeignet“, äußerte er beispielsweise angesichts der Tatsache, dass trotz guten öffentlichen Nahverkehrs noch mehr als die Hälfte der Bürger auf den Individualverkehr setzt– sowohl zum Einkaufen wie für den Arbeitsweg. Heutige Elektrofahrzeuge könnten mit Reichweiten von um 100 Kilometer den Normalbedarf – im Schnitt fährt der Bundesbürger am Tag 35 bis 40 Kilometer – längst abdecken. Mit „Privilegien“ für Elektrofahrzeuge könne man den Einsatz fördern. Die Stadt könne sich bewerben, bei einem Anfang 2012 angedachten Projekt dabei zu sein.
Bis Ende Oktober können Bürger nun Ideen und Hinweise einbringen. Anfang 2012 sollen die Stadtverordneten beschließen.
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