Der ursprüngliche Zeitplan für den Neubau der kreislichen Förderschule in Neuenhagen ist nicht mehr zu halten. Daraus machte die Leiterin des Liegenschafts- und Bauverwaltungsamtes des Landkreises, Hannelore Weber, in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Kreistages im Strausberger Stic keinen Hehl. Sowohl Ausschussvorsitzender Ronny Kelm (SPD) als auch Mitglied Stephan Schwabe (Linke) bohrten nach Zeiträumen und Gründen, sodass Landratsbeigeordneter Rainer Schinkel schließlich deutlich wurde.

Neuenhagener Turbulenzen gaben den Ausschlag

Bekannt ist, dass der Landkreis im Zusammenhang mit der von der Gemeinde Neuenhagen am Gruscheweg geplanten Oberschule mit dem Ersatzneubau für die Förderschule am Amselsteg einen Schulcampus bilden wollte. „Im Wissen, dass es dort große Probleme gibt, die auch uns tangieren, haben wir in den letzten Monaten entschieden, Alternativen für den Förderschulstandort zu suchen“, sagte der Wirtschaftschef der Kreisverwaltung. Schließlich hatten die Gemeindevertreter Neuenhagens Anfang Juli einstimmig das Planverfahren für den Bildungscampus gestoppt, weil die Kosten explodiert waren. Dann wurde der Bebauungsplan für die Errichtung eines Schulstandortes mit Grundschule, Förderschule und einer Oberschule sowie von Sportanlagen für den Freizeit- und Schulsport überarbeitet und der Entwurf im Oktober bis Anfang November öffentlich ausgelegt.
Nur für den Fall, dass Neuenhagen als Standort ausscheide, habe man Altlandsberg auch in Betracht gezogen, informierte Rainer Schinkel. Und erst in den letzten Tagen sei noch das ehemalige KWO-Gelände am S-Bahnhof Hoppegarten hinzugekommen, weil es da ein vielversprechende Angebot des Bürgermeisters und konstruktive Gespräche gegeben habe, nachdem die Gemeinde das Grundstück mit der Zweckbindung Bildungsstandort erworben habe.

Ultimativer Fragenkatalog des Landrats

Aus einer Nachfrage von Ausschussmitglied Matthias Murugiah (CDU) ging hervor, dass Landrat Gernot Schmidt (SPD) dem Neuenhagener Bürgermeister Ansgar Scharnke eine Frist für die Beantwortung einer Liste von Fragen zur Bauplanung der Oberschule gesetzt hatte, denn er wollte wissen: „Hat denn Neuenhagen die Frist des Landrats eingehalten?“ Darauf antwortete Rainer Schinkel ausweichend: „Der Bürgermeister Neuenhagens hat Antworten gegeben, die werden noch geprüft, sie sind nicht so einfach. Es sind noch nicht alle Fragen zufriedenstellend beantwortet.“ Hannelore Weber ergänzte: „Da sind nicht unerhebliche technische Fragen darunter, die über Weihnachten noch nicht beantwortet werden konnten.“ Zum Zeitverzug nachgefragt, bestätigte sie, dass der Bauantrag für den Standort Neuenhagen aus ihrer Sicht fertig gewesen sei. Die Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Monika Huschenbett (Linke) fragte nach den Kosten bei einer Kündigung des Planungsbüros wegen eines Standortwechsels. Daraufhin sagte Hannelore Weber trocken: „Wir haben nicht vor, das Planungsbüro zu kündigen.“ Rainer Schinkel bestätigte, dass die Kreisverwaltung sehr zufrieden sei mit dem Planungbüro und die Planungen der Gebäude auch sehr gut auf andere Standorte übertragen und anpassen lassen könne.

Auch Verkehrsbelastungen mit betrachten

Ausschussvorsitzender Ronny Kelm forderte bis zur nächsten Ausschusssitzung eine Synopse, also eine Dreier-Gegenüberstellung aller wichtigen Kriterien, der Standorte Neuenhagen, Gruscheweg, Hoppegarten, KWO-Gelände, und Altlandsberg nahe der neuen Oberschule: „Standortentscheidungen für große kreisliche Investitionen sind Kreistagsentscheidungen. Und ich will, dass die Abgeordneten fundierte Informationen als Entscheidungsgrundlage in der Hand haben.“ Er wünschte auch, dass die zu erwartenden Verkehrsbelastungen durch den Schülerspezialverkehr der Förderschule in die Synopse einbezogen würden.
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