Das Geh- und Radwegekonzept, an dem die Stadt seit mehr als einem Jahr arbeitet, wird im September im Bauausschuss und im Oktober den Einwohnern vorgestellt, wie Stadtsprecherin Caroline Haitsch-Berg auf Anfrage mitteilte. Die Kosten für das Papier, das ursprünglich Ende 2018 vorliegen sollte, bezifferte sie auf 30 000 Euro. Erstellt wurde es von der Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz GbR aus Hannover, beteiligt war aber auch ein Arbeitskreis aus Mitgliedern von Polizei, Straßenverkehrsamt, Kinder- und Jugendparlament, Seniorenbeirat, dem Tourismusbereich, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Behinderten- und Agendabeirat.
50 000 Euro für die Planung
In dem 155 Seiten starken Konzept mit weiteren 105 Seiten Anlagen findet sich auch die Planung für einen Radweg, der einen der größten Kritikpunkte der Strausberger ADFC-Ortsgruppe aufgreift, wonach die Hauptradwege in der Stadt vor allem an viel befahrenen Hauptstraßen entlangführen. Der jetzt geplante Weg soll entlang der alten Bahntrasse von der Goethestraße bis zur Elisabethstraße führen. Es wäre eine Verlängerung des Radweges, der von der Landhausstraße in der Vorstadt entlang der Gustav-Kurtze-Promenade bis zur Garzauer Straße verläuft.
Wie die Stadt mitteilte, befindet sich das Vorhaben derzeit in Vorbereitung inklusive der Ermittlung des Flächenbedarfs und Erstellung eines Baugrundgutachtens. Dafür seien 50 000 Euro in den Haushalt eingestellt worden. Für die Planung des Weges seien die Jahre 2020 und 2021 avisiert, der Bau könnte dann im Jahr 2022 beginnen, "sofern die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind", informierte Caroline Haitsch-Berg. Laut einer ersten Schätzung belaufen sich die Gesamtkosten auf 650 000 Euro. Gerade hinsichtlich des letzten Punktes, aber auch zur tatsächlichen Ausgestaltung des Weges dürfte es in der Stadtverordnetenversammlung noch einige Diskussionen geben.
Kritik an Schutzstreifen
Den ersten Aufschlag dazu hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Fuchs gemacht. Er ist der Meinung, dass "für einen wirklich attraktiven Fuß- und Radweg, auf dem das Laufen und Radfahren Spaß machen soll, mit viel Grün, ohne Abgase und Lärm" Geld in die Hand genommen werden müsse. "Scheinbar steht unsere Bürgermeisterin hier mit beiden Füßen auf der Bremse", erklärte er gegenüber der MOZ.
Hintergrund für diese Aussagen ist, dass laut Konzept auf der Goethestraße markierte Radstreifen statt eines separaten Geh- und Radweges vorgesehen sind. Ein Vorschlag, den Elke Stadeler in der konstituierenden Sitzung der Stadtverordneten auf Nachfrage von Fuchs als ausreichend bezeichnete. Seiner Ansicht nach werde man damit aber den diversen Ansprüchen an einen Geh- und Radweg nicht gerecht, der neben dem Klimaschutz auch Beiträge zur umweltfreundlichen Mobilität, zur Einsparung von Energie, zur Förderung des Tourismus und Sicherung des Schulweges leisten müsste.
Aus dem Rathaus hieß es dazu jetzt, dass der Bau eines separaten Rad- bzw. Geh- und Radweges dort in Zukunft nicht ausgeschlossen sei. "Aktuell bietet der Schutzstreifen eine kostengünstigere Alternative gegenüber den zu erwartenden zusätzlichen Baukosten von 300 000 Euro für den Bau eines separaten Weges." Das Rathaus verwies außerdem auf die im Bau befindliche Philipp-Müller-Straße, die auch auf beiden Seiten Schutzstreifen für Radfahrer bekomme.
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