An der Jahrhunderte alten Stadtmauer kommt Bewegung ins Spiel – besser noch: spezielle Geräte zur Muskelentspannung oder auch Möglichkeit zur körperlichen Ertüchtigung sollen bald als eine Art Bewegungspfad entlang dem Radweg Passanten zum spielerischen Gebrauch verleiten. Der Club der Frauen hatte dieses Projekt schon 2019 angeregt und für acht solcher Bewegungsvorrichtungen Fördermittel beantragt. Auf Beschluss der Stadtverordneten hat es einen notwendigen Antragstellerwechsel gegeben, damit die Anforderungen für eine öffentliche Ausschreibung erfüllt werden können: Nun wird sich die Stadt Altlandsberg um Zuschüsse bewerben. 75 Prozent der Gesamtkosten von etwa 40.000 Euro sollen aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden, kommen. Der notwendige Eigenanteil wurde zusammen mit dem Lions Club Altlandsberg gesammelt. „Alleine schafft man nicht viel“, sagt Grit Burkhardt als Vorsitzende des Clubs der Frauen und ist froh über die Unterstützung der Herren.

Kostenfreies Training

Eine Club-Kollegin hatte drei Jahre zuvor mit einem Bewegungspfad an der Ostsee Erfahrungen gemacht und war so begeistert, dass der Vorschlag kam, das auch in Altlandsberg umzusetzen. Von der Bushaltestelle aus über den Radweg sollen die Geräte auch für Rollstuhlfahrer barrierefrei zu erreichen sein. Fünf dieser Sportvorrichtungen hat die Denkmalpflege erlaubt, an der Stadtmauer in Nähe des Armenhauses aufstellen zu lassen. Die anderen drei sind neben dem Spielplatz Am Anger in der Karl-Liebknecht-Straße geplant. An Steppern, Gleichgewichtstrainern oder auch Schwungrädern könnten sich dann Jung und Alt kostenfrei im öffentlichen Raum betätigen. Dazu entstehe ein Platz der Kommunikation, sagt die Vorsitzende des Clubs der Frauen. „Nicht jeder möchte ins Fitnessstudio und mancher kommt vielleicht auch nur zufällig dazu, hier ein wenig Sport zu treiben.“

Für aktive Senioren

Gerade die Senioren möchte man mit einfachen Geräten erreichen und ermutigen, aktiv zu bleiben. Zu jedem Gerät soll es eine Tafel geben, die erklärt, wie damit trainiert werden kann, erläutert Burkhardt. Vorerst als Idee wurde im Club der Frauen auch besprochen, über den Sportverein MTV 1860 Übungskurse zu veranstalten. Sobald die geplanten zwei Stationen von den Bewohnern des Stadtgebiets angenommen worden sind, könnten beispielsweise in der Seeberg-Siedlung, zum Mühlenfließ oder in der Straße des Friedens „noch mehr Inseln entstehen, die einen größeren Parcours bilden“, schlägt Burkhardt vor. Sie möchte die Bürger auffordern, das selbst mit zu initiieren. Liegt der Fördermittelbescheid erst einmal auf dem Tisch, kann auch die Leistung für Anschaffung und Einbau der Geräte ausgeschrieben werden.