Die Entwurfsplanung für diese massive Aufwertung des zentralen Strausberger Plattenbauviertels hat Architektin Sandra Töpfer vom Büro TRU Architekten Berlin, das den städtebaulichen Wettbewerb einst gewonnen hatte, am Montag im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr vorgestellt.

Soziale Stadt

Initialzündung der Aktion war das Förderprogramm Soziale Stadt, mit dem Strausberg für die Aufwertung seines sozialen Prob­lembezirks zehn Millionen Euro an Fördermitteln zugesprochen bekam. Mittlerweile hat das Projekt mehrere Umformungen durchlaufen und füllt jetzt einen Kostenrahmen von reichlich 25 Millionen Euro einschließlich einer zehnprozentigen Reserve für Unwägbarkeiten aus, in denen noch 6,4 Millionen Euro an Fördermitteln enthalten sind. Das einst mit hoher Priorität angestrebte Bürgerzentrum, in dem die Vereine des Stadtteils eine Heimstatt finden sollten – ihre Wünsche wurden eigens abgefragt –, ist erst einmal in weite Ferne gerückt. Viel höhere Dringlichkeit besitzt der Um- und Anbau der Grundschule im ersten Bauabschnitt. Entstehen soll ein viergeschossiger Kopfbau, der den bisherigen Baukörper aufnimmt und in Richtung S-Bahn-Linie um einen weiteren Baukörper erweitert. Zwischen dem bisherigen, im Grundriss H-förmigen, Gebäude und dem Hortneubau entsteht ein gläsernes und nach innen wie außen durchsichtiges Foyer, außerdem von dort zugänglich zentrale Sanitäranlagen, eine 200-Quad­ratmeter-Aula für 199 Personen, die als Mensa genutzt wird, die zentrale Küche und eine Durchwegung zu den Hortbereichen. Der  lange Flügelbau, der an der Schulhofseite neu errichtet wird, soll zweigeschossig sein. Außer den Horträumen wird er auch Werkstattbereiche, eine Gemeinschaftsküche und eine offene Terrasse haben.
Dem Kostenrahmen entsprechend eingedampft ist auch der unumgängliche Neubau der Sporthalle: Einfach und kompakt, beschreibt sie Sandra Töpfer. Insgesamt soll der Baukörper 27 mal 30 Meter groß gebaut werden mit einer Nettoraumfläche von 722 Quadratmetern. Die zentral angeordnete Halle wird rund 15 mal 27 Meter Ausdehnung besitzen.

Nach Haushaltslage

Im Rahmenterminplan der Architekten ist das Bürgerzentrum nicht enthalten. Im Entwurfsplan heißt es dazu: "Durch Haushalts- und Fördermittel untersetzt sind derzeit die beschriebenen Leistungen der Bauabschnitte 1 und 2. Der 3. Bauabschnitt wurde bis zur Klärung der künftigen Haushaltslage zurückgestellt. Eine Ausführung ist eventuell nach 2024 – vorbehaltlich Mittelverfügbarkeit – vorgesehen." Nach dem angefügten Rahmenterminplan soll die Sporthalle als Letztes im dritten Quartal 2024 fertig gestellt werden. Die Schule mit ihren Anbauten im vierten Quartal 2023. Sandra Töpfer stellte in ihrem Vortrag gar den August 2023 in Aussicht. Anders als ursprünglich geplant, ist mit einem Beginn der Bauarbeiten in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen, denn das Bauordnungsamt brauche ein halbes Jahr für die Prüfung der Bauantragsunterlagen.