Der Energieverbrauch soll in der Stadt bis 2020 jährlich um ein Prozent gesenkt werden. Ein entsprechendes Energie-Effizienz-Projekt haben die Stadt, die Stadtwerke Strausberg und die EWE AG am Dienstag vorgestellt.
Ziele des gemeinsamen Projekts sind "die Steigerung der Energieeffizienz, die Senkung der Treibhausgasemissionen und die Nutzung erneuerbarer Energien in der Region". Die drei Initiatoren machten deutlich, dass die verschiedenen Anregungen zum nachhaltigen Umgang mit Energie aufgegriffen werden sollen. Dabei gehe es ebenso um private Überlegungen wie um große Initiativen, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Gagel vor Pressevertretern. Konkreter konnte er nicht werden. Er hoffe auf eine möglichst breite Teilnahme.
Gagel erinnerte an das Bundesgesetz aus dem Vorjahr, nach dem der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung durch entsprechende Förderung bis 2020 auf rund 25 Prozent zu verdoppeln ist. In Strausberg würde bereits seit 1997 mehr als die Hälfte des benötigten Stroms auf diese Weise erzeugt. Er erinnerte an Hilfestellungen bei einer effizienten Energieversorgung und könnte sich auch vorstellen, dass die Stadtwerke bei derartigen Anschaffungen in Vorleistungen gingen.
Ulrich Müller nannte das Projekt eine tolle Initiative. "Das Thema ist heute schick", sagte der Leiter der EWE-Geschäftsregion Brandenburg/Rügen. Die Frage sei allerdings, wann man "pragmatisch und praktisch" werde: "Und unsere gemeinsame Initiative will praktisch werden", setzte er hinzu. Müller sprach von einem "Zieldreieck" und nannte Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit. Zuerst müsse ein Bewusstsein für Energieverbrauch geschaffen werden, erklärte er weiter. Allein durch einen "vernünftigen Umgang" mit Energie könnten private Haushalte zehn bis 15 Prozent sparen. Mit Hilfe der neuen EWE-Box könne jederzeit der Energieverbrauch über ein mobiles Display festgestellt und mögliche Energiefresser erkannt werden. Die Box werde derzeit am Oldenburger Stammsitz von EWE in 400 Haushalten getestet. Wann die Box allgemein verfügbar werde, sei noch unklar.
Bürgermeister Hans Peter Thierfeld warb nachdrücklich für eine möglichst breite Teilnahme. "Auch kleine Haushalte sollten sich in den Prozess einbringen", sagte er. Dabei sei ihm schon bewusst, dass die Problematik für die Bürger "schwer fassbar" sei. Informationen rund ums Energiesparen würden künftig u. a. im Bürgerbüro erhältlich sein. Zudem diene in der Verwaltung Claus Wunderlich (Tel. 03341 381180) als direkter Ansprechpartner. Seitens der Stadtwerke wird das Uwe Fügner sein (Tel. 03341 345443).
Einer Lenkungsgruppe werden neben den Projektinitiatoren weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Institutionen angehören. Am Weltumwelttag, dem 5. Juni, ist die erste Energie-Effizienz-Konferenz geplant.