Dass Europa gebraucht wird, darüber waren sich alle Diskutanten einig. "Wir erleben über den Erdball hinweg extreme Kräfteverschiebungen. Wenn Europa nicht mit einer Stimme spricht, wird das allein von den Größenverhältnissen her nicht funktionieren", analysierte Vornbäumen. "Wir haben jetzt 6,5 Prozent des Bevölkerungsanteils, wenn uns die Briten verlassen, sind es noch fünf Prozent", betonte er. "Ein Rückfall in nationalstaatliche Interessen wäre verheerend."
"Wir haben unser Schicksal immer weniger in der eigenen Hand", sagte Stürmer. Es zu steuern, dafür sei die EU ein Mittel. Allerdings merkte er auch an: "Europa ist eine Ansammlung von Inseln und Halbinseln und sehr heterogen." Die Annahme der Briten, sie würden ohne Brüssel stärker sein, bezeichnete er als "lächerliche, bemitleidenswerte Illusion". Stürmer forderte eine neue Sicherheitsstrategie für Europa mit einer deutlichen Aufstockung der Grenz- und Küstenwache Frontex. Kritik äußerten alle am oft inhaltsleeren Wahlkampf. "Man könnte ihn ja auch nutzen, um eine Bilanz zu ziehen. 2019 ist es gerade mal 15 Jahre her, dass im Rahmen der Ost-Erweiterung zehn Länder beigetreten sind", sagte Schröder.