Ansprüche hoch schrauben
Besonders erwähnenswert ist dabei, dass zwölf Bewerber bereits Preisträger des renommierten Deutschen Karikaturpreises sind, so beispielsweise Reiner Schwalme und Klaus Stuttmann. Angesichts dieser hochkarätigen Beteiligung am Projekt zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung unter dem Motto "Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand" darf man die Ansprüche ruhig hoch schrauben.
In zehn Themengebiete hatten die Initiatoren Gabriele und Raymund Stolze die 160 Einsendungen auf den Tischen verteilt. "Das ist natürlich ganz willkürlich und subjektiv passiert", sagt Raymund Stolze. Jeder der acht berufenen Juroren darf aus ihm eigenen Gründen ein Votum vergeben. In der ersten Runde bleiben 50 Cartoons übrig. In Runde zwei, der Letzten, sollten die Einsendungen auf 15 reduziert werden. Angesichts der Schwere der Entscheidung wird es kurzerhand eine Runde mit 21 Cartoons. Im Finale hat dann jedes Jurymitglied 20 Punkte, die es auf die einzelnen Einsendungen verteilen kann. Die Summe der vergebenen Punkte bestimmt schlussendlich die Preisträger und die Siegerin.
Und die ist Annika Frank. Sie wurde 1991 in Mannheim geboren und ist freiberufliche Cartoonistin und Grafikdesignerin. "Generell lege ich in meinen Arbeiten den Fokus gerne auf tierische Protagonisten, da mit jedem Tier gewisse Charaktereigenschaften, Emotionen oder auch Vorurteile verbunden werden, mit denen sich wunderbar spielen lässt", gibt die Preisträgerin auf ihrer Internetseite preis. So ist es nicht verwunderlich, dass Adler  ihre siegreiche Einsendung "Atemlos" krönen. Ihre Cartoons erscheinen gedruckt u. a. in den Mannheimer Stadtteilzeitungen und online auf dem Mannheimer Stadteilportal. 2018 und 2019 wurde sie zur Teilnahme an der Sommerakademie für Komische Kunst der Caricatura Galerie Kassel ausgewählt, einer Initiative zur Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskünstlern. Unterrichtet wurde sie  dabei von Comiczeichner Gerhard Seyfried sowie den Cartoonisten BURKH und Stephan Rürup, bekannt aus Titanic, Welt am Sonntag und taz. Im Jahr 2018 wurden zwei Zeichnungen von Annika Frank für die Top 100 Shortlist des Deutschen Karikaturpreises ausgewählt. 2019 wurde sie für den Österreichischen Cartoonpreis nominiert.
Nur drei Punkte dahinter kommt mit Mario Lars der Sieger des ersten Cartoon-Wettbewerbes ins Ziel. "Cartoons sind harte Arbeit. Wer denkt, dass wir Karikaturisten den ganzen Tag nur rumalbern und am Ende ein paar Striche aufs Papier malen, der irrt gewaltig", sagte er damals bei der Siegerehrung.
Berlinerin holt Bronze
Platz drei geht an Antje Püpke aus Berlin, die hier keine Unbekannte ist. In Hönow war bereits eine Arbeit von ihr im Kunstschaufenster zu sehen. Ihre Schafe unter dem Titel "Einigkeit" sind in vielerlei Hinsicht auslegbar, aber wie man es auch dreht, ein Schmunzeln bleibt.
3000 Euro werden an die drei Gewinner ausgeschüttet. "Da geht ein großer Dank an den Sponsor Sparkasse Märkisch-Oderland, ohne die der Wettbewerb gar nicht möglich gewesen wäre", sagt Raymund Stolze. Als Zugabe bekommen die ersten drei Keramik-Einheitspfennige in Gold, Silber und Bronze, die der Bildhauer und Maler Klaus Deutsch entworfen und gebrannt hat. Die Öffentlichkeit bekommt vermutlich die Arbeiten der 21 Finalisten zur Ausstellungseröffnung  am 1. September im Rathaus-Foyer zu sehen. Dann darf auch jeder über den Besucherpreis abstimmen, der mit 300 Euro und einer eigenen Ausstellung dotiert ist.