Nachdem Mitte April die ersten Tiere eingezogen waren, sind inzwischen weitere hinzugekommen. Zu den Alpakas Holger und Rodney zum Beispiel noch die Shetlandponys Barbie und Schneeflocke als jüngster Zugang.  "Die Größe ist ganz gut für Kinder. Sie tragen bis zu 40 Kilo", erklärt Margret Huth. Bevor Mädchen und Jungen allerdings die vorbereitete Treppe zum Aufsteigen betreten können, seien auch Versicherungsfragen zu klären. Mit den Alpakas sei man bisweilen schon im Dorf unterwegs. Sie sollen später mit Kindern um den Hof ziehen, werden vorab "abgehärtet", lernen Menschen, Autos und Verkehrslärm kennen.
Hingegen bleiben die vier Meerschweinchen und sechs Kaninchen auf dem Hof. Das ehemalige Grillhaus wurde zum Stall umfunktioniert, ringsum gibt es ein Gehege. Sogar mit "Schleuse", durch die später Besucher hineinkönnen, ohne dass ein Tier "stiften" geht. Nebenan haben vier Enten ihren Auslauf, zwei normale und zwei Laufenten. Eine von ihnen hat den Namen Elvis verpasst bekommen, wegen des auffälligen schwarzen Schopfes. Im Stall am hinteren Ende, der zwischenzeitlich eine neues Dach bekommen hat, hat Ziege Lotti nun ebenfalls Gesellschaft: ein Pärchen, das der Berliner Zoo gespendet hat. Die anderen Tiere kommen hingegen aus der Fasanerie Lübars. Die habe sie wegen einer Umorientierung abgegeben, erzählt Margret Huth. Der kleine Ziegenbock werde Milky genannt, weil er wie eine Kuh schwarz-weiß gescheckt ist. "Vorher fühlte sich Lotti offenbar verlassen, hat immer gerufen", erzählt sie. Demnächst dürfte es noch weiteren Zuwachs geben: wenn der derzeit im Bau befindliche Hühnerstall fertig ist. Beim Futter kooperiert Mümmelmann mit der Mühle Lemke in Hennickendorf, vielleicht später auch beim geplanten Hofladen. Die Futterküche ist indes schon neu ausgestattet, gut aufgeräumt und mit allerlei Informationen bestückt.

Küche mit Hofcafé

Im Aufbau befindet sich auch eine neue Küche im Seitenflügel neben dem Hofcafé, in dem nach Eröffnung für Besucher Kaffee und selbst gebackener Kuchen sowie Eis und vielleicht kleine Speisen wie Soljanka angeboten werden sollen. Die Möbel und Geräte wurden in dieser Woche angeliefert, eine Mittenwalder Firma ist gerade beim Aufbau. Das Obergeschoss bleibe vorerst den eigenen Beschäftigten im Herbst und Winter vorbehalten, für Seminare und Gespräche. Wenn alles läuft, kann sich die Leiterin aber auch Vermietung vorstellen – für Gymnastik- oder Yogagruppen, aber auch für Feiern. "Momentan haben wir aber auch nur Geschirr für gut 30 Personen", fügt sie hinzu.
Für 15 psychisch beeinträchtigte Menschen soll der Kinderbauernhof am Ende Arbeitsplätze bieten. Sieben sind momentan schon da, darüber hinaus eine Reihe von Praktikanten, die zunächst ausprobieren können, ob  Tierhaltung und -pflege, Gastronomie und Hofladen oder Garten- und Landschaftsbau für sie in Frage kommen. Dazu jeweils ein Betreuer pro Bereich und die Verwaltung, die das Haus am Tor bezogen hat. Sie werkeln und wuseln auf dem ganzen Gelände, füttern, harken, schleifen, streichen …  An der rustikalen Bank etwas abseits vom neuen Spielplatz – der ist mittlerweile abgenommen – soll noch ein Buddelkasten für kleinere Kinder ergänzt werden, neben dem späteren Außencafé eine Terrasse entstehen. Und in der Nähe der Verwaltung ein Unterstand für die großen Strohballen.
"Aber alles peu à peu", sagt Margret Huth. Insofern kann sie dem Corona-Geschehen noch etwas Positives abgewinnen: Dadurch hätten alle Vorbereitungen in Ruhe laufen können. Aber sie weiß auch, dass alle darauf warten, dass endlich eröffnet wird. Mehrfach kommen Leute durchs offene Tor nachfragen. Auch an diesem Tag erkundigt sich eine Frau, ob sie schon mit den Enkeln vorbeischauen könne. Noch muss Margret Huth da  Nein sagen ...