Früher hätte die Raumausstattungsfirma aus Görlitz auch nicht mit der Arbeit beginnen können. Erst müssten die Bodenfeuchtewerte stimmen, argumentiert die Bauingenieurin. "Das ist ein öffentlicher Bau. Aufs Tempo zu drücken, ohne nötige Parameter einzuhalten, das können wir uns nicht leisten."
Kämen auf den Estrich zu früh die entsprechenden Beläge, dann krieche die Restfeuchte mit der Zeit in die Wände inklusive späterer Schimmelbildung. Das wolle doch keiner. Und so wird jede Woche zur Bauberatung geprüft, gemessen und entschieden, wie es an welcher Stelle weitergeht, und manchmal noch zwischendurch. Ob vielleicht parallel von anderen Gewerken gearbeitet, ob fehlerhaftes Arbeiten noch rechtzeitig behoben werden kann oder auf ein Gewerk aus nachvollziehbaren Gründen gewartet werden muss.
Wie bei der Fassade, wo Krankheitsgründe beim Ausschreibungssieger letztlich zur Neuausschreibung der Leistung geführt haben. Beim gegenwärtig herrschenden Bauboom in Deutschland warte indes keiner auf eine kurzfristige Auftragsvergabe z. B. in der Gemeinde Rehfelde, erklärt Birgit Storbeck. Vielleicht mache die nun integrierte Rüstung die Sache interessanter. Gegenwärtig aber können Fassadenarbeiten ohnehin nicht ausgeführt werden. "Es braucht eine Temperatur von durchgängig fünf bis sieben Grad an der Nordseite eines Gebäudes", so die Fachfrau.