Echten Musikgenuss – für die, die Musik machen und die, die ihr lauschen – den gibt es nur live. Das ist die Erkenntnis nach einem halben Jahr Corona-Einschränkungen bei vielen Musikern und Konzertliebhabern. Umso mehr freuen sich alle in dieser Woche auf die Märkischen Musiktage, die seit vielen Jahren einen klangvollen Höhepunkt im Herbst darstellen.
Hugo-Distler-Musikschulleiter Alexander Braun ist seinerseits dankbar für die vielfältige Unterstützung sowohl durch die Strausberger Stadtwerke als auch den Landkreis. „Nur so können die Wettbewerbe und Konzerte tatsächlich stattfinden, wenngleich in etwas abgespeckter Form nur für Cello und Geige“, sagt er.

Renommierter Ersatz für Moskauer Musikdozenten

Bei zwei Konzerten am Freitag in der Altlandsberger Schlosskirche und am Sonntag im Seelower Kulturhaus haben so auch Musikliebhaber die Möglichkeit, Klängen Haydns, Tschaikowskis und Beethovens Werken für Geige und Cello zu lauschen. Dargeboten von den Preisträgern, die aus den Werkstätten in dieser Woche hervorgegangen sind und die sich am Freitag einer strengen Jury stellen werden.
„Es ist natürlich sehr schade, dass aufgrund der Pandemie in diesem Jahr unsere Freunde, die Moskauer Musikdozenten und ihr Meisterschüler, nicht wie seit über zehn Jahren dabei sein können“, sagt Alexander Braun. Er weiß aber auch, dass er im renommierten Cellisten Prof. Josef Schwab und der belgischen Professorin Olga Zolotareva, die die Meisterklasse im Fach Violine leitet, prominenten und hochkarätigen „Ersatz“ hat.

Niveau halten trotz Corona-Vorschriften

Und so wird in den Räumen der Musikschule in Eggersdorf in dieser Woche noch intensiver als sonst musiziert. Hier habe sich das Leben inzwischen normalisiert, sagt Braun. Die Anmeldezahlen seien trotz der Umstände nicht zurückgegangen und auch die musikalische Früherziehung in den Kitas nehme wieder Fahrt auf. „Wir haben uns im Haus darauf eingerichtet, alle Vorschriften zu erfüllen und dennoch das gewohnte Niveau zu halten.“
Aus aktuellem Anlass habe man dieses Jahr nicht zu einem Eröffnungskonzert eingeladen. „Aber der musikalische Nachwuchs – unsere eigenen Schüler, Teilnehmer vom Bachgymnasium in Berlin und Studenten – ist dankbar für diese Gelegenheit und dass die Woche stattfindet“, sagt Braun. Für die zehnjährige Sophia Hauke (Geige) und die elfjährige Anna Braun (Cello), die beide als hochbegabter Musiknachwuchs von der Sparkasse MOL exklusiv gefördert würden, sei es somit ein Höhepunkt in ihrer noch jungen Karriere, sagt er.

Bitte um rechtzeitiges Erscheinen

Beim Preisträgerkonzert am Sonntag, 16 Uhr, in Seelow stehen berühmte Werke für die beiden Instrumente auf dem Programm. Freuen können sich die Gäste im Kulturhaus auf Beethovens einziges Violinkonzert, „Die Erinnerung an einen geliebten Ort“ von Tschaikowski und Auszüge aus zwei Cellokonzerten von Joseph Haydn. Ähnlich klingt es auch am Freitag, 19 Uhr, in der Altlandsberger Schlosskirche.
„Die Spannung, die über den Auftritten der jungen Wettbewerbssieger liegt, wird sich wie immer auf die Zuhörer übertragen und zum Konzertgenuss beitragen“, ist sich Alexander Braun gewiss. Eine Bitte an die Gäste hat er noch: „Jeder sollte sich in eine Namensliste eintragen lassen und dann mindestens eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn da sein, damit es keine Schlangen gibt“, sagt er.
Karten für das Konzert in Altlandsberg gibt es an der Abendkasse, telefonische Reservierung für das Konzert in Seelow unter 03345 849808.