Noch geht der Ausstoß von Treibhausgasen weltweit ungebremst weiter. Wenn durch zu erwartende globale Klimaerwärmung die Eisflächen von Grönland und der Arktis abschmelzen, wird es nicht nur für die Niederlande und andere Küstenregionen eng: Der Anstieg der Meeresspiegel um 40 bis 60 Meter würde selbst Berlin und Strausberg treffen, vom Oderbruch mal ganz zu schweigen, verdeutlichte der Meteorologe Ulf Köhler vom Deutschen Wetterdienst zum Auftakt.
Zumindest die Strausberger sind weiter dabei, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu verringern, konnte Andreas Gagel vor rund 100 Zuhörern aus Politik, Wirtschaft und Behörden sowie Schülern des Oberstufenzentrums vermelden. Bei den Emissionen hat Strausberg laut Gagel 8,4 Prozent mehr erreicht als das Ziel. Statt angepeilter 65 000 Tonnen wurden im vorigen Jahr für Fernwärme- und Stromerzeugung nur gut 59 000 Tonnen in die Luft geblasen.
Besser als die Zielstellung schnitt die Stadt auch beim Fernwärme- und Strombedarf ab - um jeweils etwa anderthalb Prozentpunkte. Bei der Heizenergie wurden statt 101 000 Megawattstunden 99 500 ermittelt, beim Strom knapp 77 000 statt gut 78 000 Megawattstunden.
Der Stadtwerke-Chef merkte indes an, dass in Zukunft es "nicht einfach so weitergeht". Denn das Unternehmen müsse auf veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen reagieren, die andere Redner zuvor dargestellt hatten. So sei es nicht mehr wirtschaftlich, das Heizwerk Mitte in Hegermühle mit Biomethan zu befeuern, und mit den inzwischen abgeschriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Nord Baujahr 1996 könne man am Markt nicht mehr mithalten. Deshalb soll 2015 ein Modul stillgelegt und die Leistung der anderen begrenzt werden, damit man wenigstens von der Stromsteuer befreit werde.
Bereits verabschiedet hatten sich die Stadtwerke von geplanten Insellösungen in Vorstadt. Der Wärmepreis für Mieter im Gustav-Kurtze-Wohnpark wäre um ein Drittel höher geworden. Eine Entscheidung über das Heizwerk Vorstadt am S-Bahnhof, das zum Teil noch mit Braunkohlenstaub gefahren wird, wird nach Gagels Angaben voraussichtlich 2018/19 getroffen - wenn klar ist, wie sich der Bedarf für die Barnim-Kaserne entwickelt. Die will die Bundeswehr 2017 zur anderweitigen Verwertung abgeben. Bereits im kommenden Jahr, zum 25. Geburtstag von Stadtwerken und Wohnungsbau Gesellschaft, wolle man Ansätze zur Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts bis 2025 präsentieren.
Dass auch kleine Maßnahmen auf dem Weg helfen, machten OSZ-Schüler Christoph Schulz und Florian Konieczny deutlich. Ihre Energie-AG um Jörg Kopper hat dazu beigetragen, dass die Heizungssteuerung in der Sporthalle ausgetauscht und in einem anderen Gebäude angepasst wurde, wodurch 70 Megawattstunden (7,3 Prozent) gespart werden konnten. Aktuelles Projekt ist eine Handyladestation, gespeist mit Solar- und Windenergie. Leider kamen nach der Entwicklung bei Jugend forscht im Jahr 2013 erforderliche Genehmigungen nicht rechtzeitig, so dass sie 2014 wohl nicht mehr installiert wird. Ziel sei hier nicht große Einsparung, sondern Einsatzmöglichkeiten erneuerbarer Energien zu verdeutlichen.
Solarstrom lässt sich für den Hausgebrauch inzwischen auch gut speichern, machte Christian Blanck von der EWE anhand des eigenen EQOO-Systems deutlich. Erste Erfahrungen zeigten, dass damit bis zu 70 Prozent des Bedarfs im Haushalt gedeckt werden könnten.