Er gilt als der heimliche Wirtschaftslenker, denn ohne Andreas Gagel läuft in Strausberg kaum etwas. Und im vergangenen Jahr ist in seinem Verantwortungsbereich ziemlich viel gut gelaufen. Der Gesamtumsatz seiner vier kommunalen Unternehmen betrug 25,5 Millionen Euro. Wie er weiter berichtet, wurden 3,3 Millionen Euro investiert. Für dieses Jahr liegen die entsprechenden Planziffern bei 26 beziehungsweise vier Millionen Euro.
Auf dem Flugplatz wurden 2013 gut 45 700 Flugbewegungen (Starts und Landungen) registriert - 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zugleich war der Motorflug in den Mittagsstunden deutlich rückläufig, wie Gagel erklärt. Konkret ging demnach die Zahl der Platzrundenschulflüge an Wochenenden zwischen 13 und 15 Uhr im Vergleich zu 2010 um 40 Prozent zurück. Begonnen worden war mit der Sanierung des Tors am denkmalgeschützten Hangar, die in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Da inzwischen die Grenzen bei gewerblichen Büroflächen erreicht seien und die Anfragen sich mehrten, plant Andreas Gagel einen Anbau am Tower. Vorbereitet wird zudem der Neubau einer Produktionshalle, für die verschiedene Interessenten Bedarf angemeldet hätten. Der Geschäftsführer denkt an eine Fläche von rund 2000 Quadratmeter und kann sich gut vorstellen, dass auch die Stemme AG die neuen Kapazitäten nutzen würde. Der Hersteller von Motorseglern hat zwar schon vor geraumer Zeit den Bau einer eigenen Halle angekündigt, die neue Führung hat derartige Pläne bislang aber nicht konkretisiert.
In Umsetzung des Landesluftverkehrskonzepts ist der Instrumentenanflug ins Auge gefasst. "Das wäre ein Qualitätssprung für den gewerblichen Verkehr", sagt Gagel. Der entsprechende Antrag laufe. Nicht unerwähnt lassen will er die Errichtung einer neuen Tankstelle, die in erster Linie die Ultraleicht-Flieger mit SuperPlus versorgen werde.
Wenn Andreas Gagel als Geschäftsführer der Strausberger Eisenbahn GmbH zur Vorjahresbilanz befragt wird, nennt er verständlicherweise zuerst den Einsatz der Flexity, die generell sehr gut angenommen werde. Wobei es aber auch einzelne Beschwerden von Anwohnern über stärkere Erschütterungen gebe. "Wir nehmen das ernst und sind im Dialog", sagt Gagel. Keineswegs unwichtig ist ihm der Verkauf eines Areals zwischen Walkmühlen- und Hegermühlenstraße. Auf den 10 000 Quadratmetern will der Investor Stadtvillen bauen. Da die Suche nach einem Interessenten für das alte Bahnhofsgebäude gleich hinter dem Straßenbahndepot erfolglos geblieben ist, will Andreas Gagel die Sache nun selbst zu einem guten Ende führen. Das grobe Nutzungskonzept sieht vor, dass nach Sanierung und Umbau das Erdgeschoss des gut 100 Jahre alten Gebäudes von Mitarbeitern genutzt wird und im oberen Bereich zwei bis drei Wohnungen entstehen. Im angrenzenden Güterschuppen wird wohl erst einmal Lager bleiben. Hier fehlen noch konkrete Überlegungen. Man sei ja erst ganz am Anfang mit dem Projekt, sagt Gagel.
Er zeichnet auch für die Strausseefähre verantwortlich, die der Eisenbahn GmbH angeschlossen ist. Angesichts des vergleichsweise großen Aufwands bei recht geringer Teilnehmerzahl wird die kommunale Gesellschaft auf der Fähre keine Skatrunden mehr veranstalten. Falls sich ein anderer Veranstalter dafür finden sollte, werde darüber neu nachgedacht, heißt es.
Beim Sport- und Erholungspark an der Landhausstraße nennt Andreas Gagel unter anderem den Neubau des Trinkwassernetzes auf der Haben-Seite für 2013. Als wichtige Bedingung für die künftige Entwicklung listet er die Einbringung des Grundstücks in die GmbH auf. Die entsprechende politische Entscheidung dazu war im Vorjahr getroffen worden. Eine solche Entscheidung der Politik steht für die künftige Nutzung der Vereine noch aus. Bis sie getroffen ist, will Gagel die bestehenden Bedingungen unverändert lassen. Geklärt haben möchte er in diesem Jahr zudem der Status der Ringstraße. Dabei geht es um die Frage, ob sie Erschließungsstraße bleiben oder öffentliche Straße werden soll. Als weitere Aufgaben nennt er die Vorbereitungen für das künftige Empfangsgebäude im Eingangsbereich und die Entwicklung eines Hallenkonzepts. Die Tage der Traglufthalle sind gezählt. Wenn es nach Gagel geht, wird sie durch eine Zwei-Felder-Halle ersetzt. Noch ist aber unklar, wie die Finanzierung realisiert werden kann.
Bleiben die Stadtwerke, zu denen Geschäftsführer Gagel jede Menge Zahlen und Fakten parat hat. Das Hauptziel fasst er in den Worten zusammen: "Versorgungssicherheit bei Strom und Wärme auf hohem Niveau." Wenn er von "bezahlbaren Preisen" spricht, stellt aber auch fest: "Wir leben nicht auf einer Insel!"