Der Verein Interessengemeinschaft Kulturpark wurde von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Er ist 2004 als zentraler Interessenvertreter  für die Nutzer des Areals gegenüber der Stadtverwaltung gegründet worden. Das Rathaus hat ihn als solchen akzeptiert und ihm die Verantwortung  über den Kulturpark übertragen. Die IG hat Pachtverträge mit der Tauchbasis und allen anderen Nutzern wie den Veranstaltern von Oktoberfesten, Konzerten, Grillmeisterschaften oder Drachenbootrennen geschlossen. Das 1a-Tauchcenter hat im Rahmen seines Vertrages den Rasen gepflegt, die Abfallkörbe entleert und auch sonst für Ordnung und Sicherheit gesorgt.
Besonders im zurückliegenden Jahr aber gingen die Interessen der einzelnen Nutzer immer mehr auseinander, parallel eskalierte der Konflikt zwischen ruhebedürftigen Anwohnern der Straße Seeblick und den Veranstaltern geräuschintensiver Nächte wie Fabrikneu-Events und Andreas Köhler (Bowling-Tower/Volkshaus). Der letzte Vorsitzende der IG Kulturpark, Christian Schlatter, sagt: „Eine Interessengemeinschaft mit Betonung auf Gemeinschaft war das nicht mehr. Deshalb habe ich die Konsequenzen gezogen und für den 4. Dezember eine Versammlung zur Auflösung des Vereins einberufen. Darüber habe ich Bürgermeisterin Elke Stadeler telefonisch vorab informiert.“ Jetzt ist Schlatter Liquidator des Vereins und sitzt über den Ordnern, die er von seinen  Vorgängern übergeben bekam.
Ralf Schwalbe als Geschäftsführer der Unternehmergemeinschaft 1a-Tauchcenter Strausberg ist gar nicht glücklich über diese Entwicklung: „Uns wäre es lieber gewesen, wenn jene ausgetreten wären, die keinen Bock mehr hatten, statt den Verein aufzulösen. Unser Mitglied Daniela Kockrow hat versucht, sich mit der Stadtverwaltung ins Benehmen zu setzen und Gespräche für Januar angeboten. Wir wollen den Kulturpark als Heimstatt für Drachenbootrennen, Tauchsport und Kultur erhalten und notfalls einen Verein dafür neu schaffen.“
Viel Unmut von Anwohnern hatte sich über den beiden jungen Protagonisten von Fabrikneu-Events, Benny Dornhauer und Oliver Haller, entladen. Die Stadt sähe ihnen Verstöße gegen die Immissionsschutzvorgaben nach, um ihre wirtschaftliche Existenz nicht zu gefährden, heißt es oft. Doch Oliver Haller sagt: „Wir sind in diesem Jahr nur die Veranstalter der Drachenbootfesttage und des Cirque de la Lune gewesen. Unsere wirtschaftliche Existenz sichern wir mit Veranstaltungen in Berlin. Die Events im Kulturpark sind uns Herzenssache, weil wir dort einfach Kultur für Strausberg machen wollen.“ Haller ist erst in diesem Jahr in die IG Kulturpark eingetreten. Anfang des Jahres habe der Verein der Stadtverwaltung eine Liste mit Regeln geschickt, die er gerne zur verbindlichen Grundlage für die Nutzung des Parks machen würde: Öffnungszeiten, Leinenpflicht für Hunde, Verbot von offenem Feuer, eine Parkordnung eben. Bis heute sei ein entsprechendes Schild nicht am Eingang montiert. Ralf Schwalbe sagt: „Für uns ist das hinderlich, wenn wir gegen Lagerfeuer oder nächtliche Partys einschreiten wollen und kein Regelwerk haben, auf das wir uns berufen können.“
Andreas Köhler, der die Schlagernacht und andere Tanznächte veranstaltet hatte, findet es schade, dass die Anregung zu einem Arbeitskreis zum Kulturpark, die Oliver Haller in der jüngsten Stadtverordnetensitzung einbrachte, völlig folgenlos geblieben ist: „Seitens des Rathauses haben wir immer nur mit dem Ordnungsamt zu tun, da sind wir nur die Ruhestörer. Das Lärmproblem im Kulturpark hat es vor 20 Jahren schon gegeben. Konzepte, wie man Kultur und Wohnen dort möglich macht, gibt es kein Einziges.“ Ihm gehört das Zirkuszelt, dessen Standort er für nicht optimal hält: zu nahe an der Wohnbebauung.  Mit einem Schallschutzexperten müsste man beraten, ob es nicht besser auf dem befestigten Parkplatz der Tauchbasis stünde. „Für uns Veranstalter ist das jetzt eine ganz heiße Phase“, sagt Andreas Köhler, „die Stadtverordneten und die Verwaltung müssten jetzt mal sagen, ob sie im Kulturpark Veranstaltungen wollen oder nicht. Drei Veranstaltungen bis 24 Uhr lassen sich nicht wirtschaftlich darstellen. Für Events im Sommer müssten wir jetzt die Verträge machen. In Kürze ist der Zug dafür abgefahren.“
Auf die Fragen, wie es mit dem Kulturpark nach Auflösung der Interessengemeinschaft weitergehen soll, welches Konzept die Stadt für dessen Weiterentwicklung habe und wie Ordnung und Sicherheit künftig gewährleistet werden sollen, antwortete Rathaussprecherin Caroline Haitsch-Berg so: „Bisher liegen in der Stadtverwaltung keine Informationen zur Auflösung des Vereins vor, daher können wir Ihre Fragen gegenwärtig nicht beantworten.“