Die Stadtverwaltung hatte für den Ausschuss aufbereitet, was auf Grundlage eines Maßnahme- und Durchführungskonzepts Radwege aus dem Jahr 2000 in jüngster Zeit passiert war. Denn der seinerzeit entstandene Maßnahmeplan war nur bis 2013 fortgeschrieben worden. Jährlich sollten laut dem damaligen Beschluss 150 000 Euro in den Ausbau von Radwegen investiert werden. Nach dem nun vorgelegten "aktuellen Sachstand", wie es Baufachbereichsleiterin Birgit Bärmann nannte, existieren im Stadtgebiet etliche Radstrecken, insbesondere die Hauptachsen Nord-Süd und Ost-West. Als fehlende Stücke sind Abschnitte an der Stadtmauer (Buchhorst bis Wriezener Straße), in der Garzauer Straße (Thälmannstraße bis S-Bahn) oder in der Philipp-Müller-Straße sowie die Verbindungen nach Gielsdorf und von Neue Mühle nach Torfhaus gekennzeichnet.
Für Hans-Dieter Nagel vom Agendabeirat ist das Papier aber keine Konzeption, die Ansprüche an eine Entwicklung deutlich mache. Wenn man mehr umweltfreundliche Mobilität erzeugen wolle, sei eine solche Grundlage nötig. Immerhin befänden sich in Strausberg nahezu alle Versorgungseinrichtungen innerhalb eines Fünf-Kilometer-Bereichs. In dem Radius seien Bürger noch bereit, das Auto stehen zu lassen. Er schlug vor, sich an Eberswalde oder anderen Städten zu orientieren, die zum Beispiel Schnellverbindungen, Hauptverbindungen und Verdichtungsstrecken ausweisen. Radverkehr wäre auch bei der Überarbeitung der Ziele der lokalen Agenda ein wichtiger Punkt.
Andreas Fuchs (CDU) fehlten die Strecke an der Straßenbahntrasse zwischen Garzauer Straße und Handelscentrum, der Abschnitt Hohenstein-Ruhlsdorf sowie die frühere Bahntrasse von der Goethe- bis zur Walkmühlenstraße. Die wäre auch dazu geeignet, Kinder auf dem Weg zur Hegermühlen-Grundschule von der gefährlichen Einmündung Elisabeth-/Hegermühlenstraße fernzuhalten, ergänzte Clemens Rosner. Er hatte als Sprecher einer neu gegründeten Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Rederecht erhalten. Rosner regte zudem Radspuren auf den Prötzeler Chaussee an für jene Radler, die schneller unterwegs sind. Bedarf dafür gebe es durchaus, und nicht nur junge Leute seien schnell unterwegs, sagte er.
Wolfgang Winkelmann (UfW) plädierte dafür, Nägel mit Köpfen zu machen. "Wir müssen sagen, wo geht was, was kostet das und wo können wir es einordnen. Alles andere ist Flickschusterei", sagte er. Rüdiger Neuguth (SPD) befand angesichts nötiger Investitionen auch in anderen Bereichen, man könne nicht überall Schnellwege bauen. Mit dem vorhandenen Netz komme man überall hin.
Birgit Bärmann verwies ebenfalls auf die Vielzahl von Investitionsvorhaben in naher Zukunft. Eine Arbeitsgruppe, die sich näher mit dem Thema befasst, hielt sie indes für einen guten Vorschlag.