Neben der umstrittenen Lage des Schulstandortes waren in der Vergangenheit auch immer wieder die Baukosten Anlass für Streitgespräche. Von einstmals 13 Millionen vor zwei Jahren, noch am Standort Vogelsdorf, war in der Diskussion von bis zu 30 Millionen Euro die Rede. Sehr unterschiedlich wurden Planungsansätze und Kosten für das Grundstück hinzugerechnet, das zwar in Gemeindebesitz ist, aber eben auch einen Wert darstellt, der durch den Schulneubau nun nicht mehr im Verkauf erzielt werden kann.
Bereits im Vorfeld war der Vorschlag von Reinhard Sept (SPD) zu einer  Bauoberkostengrenze auf 27 Millionen Euro in die Beschlussvorlage eingearbeitet worden. Die Frage der Gemeindevertreter war nun, wie geht man damit um? Ist dies eine fixe Summe, bei der auch Nachverhandlungen ausgeschlossen sind, oder möchte man sich für Eventualitäten eine Hintertür offen lassen? Volker Heiermann (SPD) sprach sich für eine Vereinbarung mit der Kostenobergrenze mit dem beauftragten Architektenbüro aus.
Von grundsätzlicher Infragestellung bis zu wörtlichen Feinheiten der Beschlussvorlage reichten die Redebeiträge der Gemeindevertreter in der Folge. Bürgermeister Thomas Krieger wartete indes noch mit einem Detail auf, um die sparsame Ausrichtung der Schulplanung zu verdeutlichen. So sind in den Klassenräumen und in den Sanitärbereichen lediglich Kaltwasseranschlüsse aus Kostengründen vorhanden. Warmwasser sucht man da vergeblich. "Wenn man da die Schüler bittet, wie in der Corona-Zeit empfohlen, sich lange und gründlich die Hände zu waschen, da kann einem schon ordentlich kalt werden", kommentierte Krieger.
Ansonsten entsteht für die etwa 27 Millionen Euro ein moderner Schulneubau als KfW-Effizienzhaus 55. Das entspricht dem 55-prozentigen Energieverbrauch im Vergleich zu einem Gebäude, das nach dem aktuellen Standard der Energiesparverordnung errichtet wurde. Beheizt wird das Ganze mit einem Gas-Blockheizkraftwerk. In Spitzenzeiten kann ein Gas-Brennwertkessel dazugeschaltet werden.
Aufstockung möglich
Der Neubau ist in drei Bauteile gegliedert, zwei Schulgebäude und die Sporthalle. Bauteil eins wird so geplant, dass eine Aufstockung des ersten Obergeschosses möglich ist. Die Raumempfehlungen des Landes wurden während der Planungsphase angepasst: die Klassenraumgröße wurde von 60 auf rund 70 Quadratmeter geändert. An Gemeinschaftsflächen kommen hinzu: ein Bereich Aula, Cafeteria und Foyer mit 866 und eine Biblio- und Mediathek mit 100 Quadratmetern. Die Drei-Felder-Halle hat eine Grundfläche von 27 mal 45 Metern und kann als Versammlungsstätte für bis zu 400 Personen genutzt werden.
Die Kosten übernimmt zum Großteil der Landkreis. Von den 27 Millionen Euro bekommt die Gemeinde 24,4 Millionen Euro vom Landkreis als Abschreibungen verteilt auf 40 Jahre zurück. 2,6 Millionen Euro zahlt Fredersdorf-Vogelsdorf aus eigener Tasche für den Neubau.