Ein weiterer Nackenschlag für fabrikneu.de, Oliver Haller und Benny Dornhauer, die Strausberger Veranstalter, die seit Mitte März schon so viele Schläge verkraften mussten.

Es ist wie eine Serie

Wenn Oliver Haller die Einbußen von fabrikneu.de und Volkshaus beziffern soll, muss er nicht lange überlegen: "Die Open-Air-Events von fabrikneu sind zu 100 Prozent ausgefallen, das Volkshaus verzeichnet 99 Prozent Einbußen." Große Traditionsveranstaltungen im Kulturpark wie die Drachenbootfesttage, das Sommerkino auf der Freilichtbühne oder die Tanznächte. Wenigstens für den 8. und 9. August zum Cirque de la Lune auf Sparflamme hatten sie auf eine Chance gehofft.
"Man bekommt aber auch keinen helfenden Hinweis, wie es gehen könnte, nur die Ablehnung, ohne überhaupt mal mit uns die Location besichtigt und unsere Vorstellungen an Ort und Stelle dargelegt bekommen zu haben", sagt Oliver Haller enttäuscht. Für das Volkshaus sieht es nicht weniger trübe aus: Ganze zwei Prozent der geplanten Hochzeiten fanden statt, und die mit der Hälfte der Gäste. Diskos, das Hauptgeschäft, sind verboten, Abibälle Fehlanzeige.
Nun haben Oliver Haller und sein Koch und Geschäftspartner Christian Förster im Volkshaus mit dem Freisitz-Betrieb vor der Barockbar und einer weitläufigen Tanzfläche eine wetterabhängige Alternative zum ganz schnellen Tod entwickelt. Immer erst im Laufe der Woche können sie anhand des Wetters entscheiden, ob es einen solchen "Maskenball" gibt oder nicht. "Im Grunde haben wir mit dem Volkshaus die Corona-Krise noch gar nicht überstanden", sagt Oliver Haller, "denn wir spielen kaum nennenswerten Erlös ein, haben aber weiter die Kosten des Hauses."
Miete, Betriebskosten, Versicherungen, alles läuft weiter, ob es bespielt wird oder nicht. Zunächst halfen ihnen die 9000 Euro Überbrückung, die für drei Monate gezahlt wurden, auch wenn sie nur die Kosten eines Monats deckten. Dann gingen sie an die Rücklagen. Jetzt geht ihnen die Puste aus. "Für uns selber können wir ja Grundsicherung beantragen, für das Haus aber nicht, da gibt es keine."

Hoffnung auf neue Förderung

"Im Moment häufen wir mit dem Volkshaus nur Schulden an, deshalb hoffen wir auf die neue Förderrichtlinie, nach der wir von dem Zuschuss auch Betriebs- und Nebenkosten tragen können", sagt Oliver Haller. Umso wichtiger ist jetzt, dass er und Christian Förster zum 1. Juli als weiteres Standbein den Gasthof Strausberg-Nord von Torsten Altkuckatz übernommen haben. So hoffen sie, dort Umsatz und Erlös zu generieren, um die anderen darbenden Geschäftszweige nicht sterben lassen zu müssen. Die Hauptsache sei aber, dass keine zweite Infektionswelle das Land überrollt. Ein zweiter Lockdown wäre das sichere Ende.