Schwer enttäuscht von der Entwicklung des Kulturparks, wie es in dem MOZ-Beitrag "Köhler zieht den Stecker" vor einer Woche berichtet wurde, hat sich die Stadtverordnete Sonja Zeymer von der Fraktion UfW/Pro Zukunft in einem Schreiben an die Redaktion geäußert: "Als Anfang des Jahres Mitglieder unserer Fraktion an der Begehung des Kulturparks teilnahmen, ging es um die Belebung des Areals, den Konsens zwischen Anwohnern und Veranstaltern und mehr Kultur in der Stadt. Federführend brachte sich dabei der Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales ein."
Kein Hinweis im Bericht
Nach dem Zeitungsbericht habe sie feststellen müssen, "dass alles zerstört wurde, was sich hätte entwickeln können". Für die alte und neu gewählte Stadtverordnete Sonja Zeymer ist es umso unverständlicher, dass Bürgermeisterin Elke Stadeler in ihrem Bericht an die konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung kein Wort zu diesem Problem verlor. Auch der Ausschussvorsitzende habe nicht darüber informiert. Ihre Fraktion wolle das so nicht hinnehmen und fordere eine Sondersitzung des Kulturausschusses. "Es entsteht der Eindruck, dass man es den Veranstaltern bewusst sehr schwer gemacht hat", schreibt Sonja Zeymer.
Ausschussvorsitzender Gregor Weiß (Die Linke) hat sich umgehend in die Spur gemacht und am Montag mit den Veranstaltern und am Dienstag mit der Rathausspitze gesprochen. Ihn hatte der Beitrag völlig überraschend getroffen: "Ich war nach dem jüngsten Gespräch mit den Veranstaltern, Vertretern der Anwohner und der Verwaltung davon ausgegangen, dass das Vorgehen für dieses Jahr geklärt ist, und wir nach der Kommunalwahl in den Gremien eine Planung für ein langfristiges Konzept für die Nutzung des Kulturparks und den Lärmschutz auf den Weg bringen, wie wir die Kulturveranstaltungen gegebenenfalls auch besser auf die ganze Stadt verteilen." So habe man alle Interessen berücksichtigen wollen.
Gregor Weiß zeigte sich auch enttäuscht: "Ich habe weder von den Veranstaltern noch von der Verwaltung ein Signal bekommen, dass die Säge klemmt." Nach den Gesprächen dieser Woche muss Weiß einräumen, dass trotz seiner Bemühungen um Vermittlung die Schlager- und 80er-Jahre-Party nicht zu retten seien. So kurzfristig sind keine Akteure für solche Veranstaltungen vertraglich zu binden. Zumindest habe er im Rathaus klären können, dass der Cirque de la lune stattfinden könne. Der sei zwar für die Anwohner gerade mit einiger Lärmbelastung verbunden – die könnten eher mit einer Schlagernacht umgehen -, doch würden auch die Messungen und Kontrollen weitergeführt.
Gregor Weiß hat jetzt einen konkreten Zeitplan, wie die Lösung des Problems auf den Weg gebracht werden soll: "In der dritten Ausschussrunde noch vor Jahresende möchte ich einen kompletten Jahresplan für 2020 in dieser Sache hinkriegen mit allen Veranstaltungen, damit die Verträge rechtzeitig unter Dach und Fach gebracht werden können." Außerdem wolle er eine Checkliste von der Verwaltung, in der konkret festgelegt sei, wer bis wann was beantragen müsse. Auch wolle er durchsetzen, dass im Rathaus eine Person  als zentraler Ansprechpartner für Veranstalter benannt wird, der dann innerhalb der Verwaltung alle nötigen Partner einbezieht. Damit solle verhindert werden, dass erneut eintritt, was Gregor Weiß als Ursache des aktuellen Desasters mutmaßt: "Es gab offensichtlich Missverständnisse und mangelnde Kommunikation zwischen den Beteiligten." Wenn es helfe, wolle er gerne dabei vermitteln.
Facebookseite für Unterstützer
In sozialen Netzwerken gibt es inzwischen eine Initiative für den Erhalt des Kulturparks. Die gleichnamige Facebookseite verzeichnet kurz nach Start 100 Unterstützer. Dabei ist auch die Vorsitzende des Vereins Festsaal Strausberg, Birgit Bärmann, der sich um eine Vernetzung der Kulturangebote und die Sanierung des Festsaals in der Wriezener Straße bemüht.