Norbert Krause, der heute 64 Jahre alt wird, ist bzw. war Mitglied in allen vier im Kulturpark aktiven Vereinen: dem Drachenbootverein, der IG Kulturpark, dem 1a-Tauchcenter und dem Oktoberwies’nverein. Im Rahmen dieser Vereine und auch privat hat er schon seit zehn Jahren immer wieder versucht, die Arbeiten an einem Konzept für die Entwicklung des Kulturparks und eine verbindliche Kulturpark­ordnung anzustoßen. Lange tat sich nichts. Als Bürgermeisterin Elke Stadeler im Oktober 2010 Anwohner und Veranstalter zu  einem Rundtischgespräch ins Jugendsporthaus einlud, keimte in Norbert Krause Hoffnung auf Fortschritt. Vergeblich. Die Konflikte blieben ungelöst. Ebenso hängt bis heute keine verbindliche Parkordnung am Eingang, auf die sich jene berufen könnten, die im Interesse von Sicherheit und Ordnung noch andere Menschen ansprechen und ermahnen.
„In den letzten Jahren ist der Konflikt um die Lärmbelastung für die Anwohner weiter eskaliert, obwohl sich die Veranstalter vor der Sommersaison 2018 zu Deeskalationsmaßnahmen verpflichtet hatten“, erzählt Norbert Krause. Es war aber nicht nur dieser Aspekt. Bereits im Juni 2017 wandte sich Krause wieder mit einer Situationsbeschreibung an die Bürgermeisterin: „Seit letztem Jahr haben Rowdytum und Vandalismus im Kulturpark zugenommen. Als Drachenbootverein müssen wir immer wieder feststellen, dass unsere Uferbefestigungen, Bootssteganlage und Einfriedungen beschädigt werden. Vielfach befinden sich Müll und Abfälle vor unserem Vereinsgelände. In diesem Jahr besonders oft festzustellen: offene Feuer und Grillabende im Kulturpark. Bei schlechtem Wetter wird auf unser Vereinsgelände gegangen und in unserem Zelt weiter gefeiert. Die Bilanz in diesem Jahr: Vier (!) Einbrüche auf unserem Vereinsgelände.“ Und im selben Brief fragte Norbert Krause: „Gibt es ein Konzept der Stadt Strausberg als Eigentümer für den Kulturpark? Ist der Kulturpark ein Kulturpark? Erholungspark? Freizeitpark? Sportpark? Badestelle? Jugendpark? Vergnügungspark?“ Von der Antwort auf diese Fragen sollten sowohl die Parkordnung als auch die Frage abhängen, in wessen Hände künftig die Obhut über den Kulturpark gelegt werde, meint Norbert Krause. Damals antwortete die Bürgermeisterin auf seine Fragen: „Das Konzept für den Kulturpark besteht in seiner Vermietung an den dafür gegründeten Verein Interessengemeinschaft Kulturpark zum Zweck der Durchführung kultureller Veranstaltungen. Diesem Zweck dient der Kulturpark hauptsächlich. Daneben kann er, wie viele andere Grünflächen in der Stadt, von Spaziergängern etc. genutzt werden.“
Wenn am Donnerstag die Stadtverordneten darüber beschließen sollen, ob sie für eine Studie oder Planungen für den Kulturpark 25 000 Euro in den Haushalt einstellen, machen sie nach Ansicht Norbert Krauses den zweiten Schritt vor dem Ersten. „Zuerst mal muss die Politik festlegen, was der Kulturpark werden soll. Dann müssen Politik und Verwaltung die Rahmenbedingungen für seine Bewirtschaftung und die Veranstaltungen verbindlich festlegen. Auf dieser Grundlage sollte ein Interessenbekundungsverfahren für die hauptamtliche Bewirtschaftung gestartet werden. Das ehrenamtlich nebenbei zu machen, wird nicht gehen.“ An den Kulturausschussvorsitzenden Gregor Weiß (Linke) schrieb Krause diesen Monat erst: „Einig sind sich alle Gesprächspartner, den Kulturpark weiterhin für Kultur zu nutzen. Nur, wie soll neue Kultur aussehen? Muss Kultur immer erst 22 Uhr beginnen? Geht Kultur auch am Tag? Vielleicht kann ein Runder Tisch Anregungen sammeln?“ Am Donnerstag erhofft er sich im Volkshaus einige Antworten.