Es wird eine traurige Saison im Kulturpark: Die Schlagernächte und 80er-Jahre-Party sind passé, das Kino im Amphitheater auch. Imbiss und Getränke – Fehlanzeige. Die Veranstalter Christian Schlatter, Andreas Köhler und Oliver Haller hatten sich seit Anfang des Jahres um eine Nutzungsvereinbarung für eine Teilfläche des Kulturparks zwischen Amphitheater und Strausseeufer bemüht. Heute sagt Andreas Köhler: "Ich ziehe den Stecker, bei mir ist Schluss."
Aus für Kino auf Freilichtbühne
Oliver Haller von Fabrikneu-Events sagte am Freitag: "Kinoabende auf der Freilichtbühne kann ich in diesem Jahr nicht finanzieren." Er begründet das mit dem Rückgang der Einnahmen bei den Drachenbootfesttagen, mit denen die Filmvorführungen sonst quersubventioniert wurden. Wegen der endlosen Diskussionen um Lärmbelastungen sei  Werbung für die Drachenbootfesttage so lange verzögert worden, dass erheblich weniger eingenommen wurde.
Haller hatte namens der Gemeinschaft für Kultur und Erholung (GKE), zu der neben ihm Christian Schlatter und Andreas Köhler gehören, Anfang des Jahres ein Kurzkonzept für die Bewirtschaftung der Teilfläche eingereicht. Mit einem Schankwagen, einer Imbisshütte, Liegestühlen und Sitzgruppen wollten sie den Badebetrieb bereichern. Inhaltlich war im Konzept von der Reaktivierung des Amphitheaters von April bis September die Rede: Kinosommer, Kleinkunst jeglicher Art, Themenabende, Kinder-, Jugend- und Puppentheater, Künstlertreiben und eine "dezente musikalische Untermalung ... mit Blick auf den See".
Die Veranstalter schienen im  Rathaus offene Türen einzurennen: "Wir sind bestrebt, Ihre Gedanken so weit als möglich aufzugreifen", schrieb Bürgermeisterin Elke Stadeler. Gastronomische Versorgung von Besuchern sei wünschenswert. Weil aber im Kulturpark nur dieselben Regeln wie in der Altstadt gelten dürften, gingen Grillhütten ohne Bezug zu einer zeitlich befristeten Veranstaltung nicht. Denkbar seien kleine mobile Verkaufsstände, "bei denen das Personal unüberdacht im Freien neben dem Stand steht", und ein mobiler Grill-/Imbiss-/Getränkestand (Foodtruck). Alle seien abends abzuräumen und an anderer Stelle zu lagern.
Bauordnungsamt konstruktiv
Weil man denkmalschutzrechtliche Bedenken hatte, wurde am 7. Mai ein Gespräch mit dem Bauordnungsamt organisiert. Dort signalisierte Leiterin Carla Bork größtes Entgegenkommen. "Frau Bork hat gesagt, wie es schnell gehen kann. Das war eine gute Grundlage", sagt Christian Schlatter. "Wir gingen so auseinander, dass die Stadt als Eigentümerin diese denkmalrechtlichen Genehmigungen beantragt und wir mit ihr eine Nutzungsvereinbarung abschließen."
Die Wahrnehmung der Stadt war offensichtlich eine andere. Im Gesprächsprotokoll und den abgeleiteten Schlussfolgerungen aus dem Rathaus heißt es: "Wie verabredet, möchte ich Sie hiermit darum bitten, ein geeignetes Planungsbüro mit der Erarbeitung von Unterlagen zu beauftragen", und zwar für die "Stellung eines Bauantrages (oder mehrerer Bauanträge) für Ihrerseits geplante Gebäude – einschließlich Imbisshütte oder -wagen, "Food-Truck" oder Ähnlichem zur Einreichung durch Sie beim Bauordnungsamt und Einreichung eines Antrages oder mehrerer Anträge auf denkmalrechtliche Erlaubnis insbesondere zur Durchführung von Veranstaltungen zur Einreichung durch die Stadt Strausberg, Abschluss eines Miet-/Pachtvertrages mit der Stadt Strausberg, Erteilung einer Genehmigung nach Grünflächensatzung."
Die hartnäckigen Veranstalter ließen sich selbst davon nicht abschrecken, sondern suchten das Gespräch mit dem Rathaus. Inzwischen hatte Andreas Köhler sein Festzelt am gewohnten Platz aufgebaut, was auf heftigen Widerspruch der Bürgermeisterin stieß. Sie forderte, es auf dem Parkplatz zu errichten. "Ich soll meterlange Nägel durch den Beton treiben, ohne zu wissen, wo dort Leitungen verlaufen?" Köhler schüttelt entnervt den Kopf.
Das klärende Gespräch mit der Stadt hat bis heute nicht stattgefunden. Derzeit sind die Entscheider im Urlaub. Christian Schlatter und Andreas Köhler winken ab. Oliver Haller hofft nur noch auf eine erfolgreiche Cirque-de-la-lune-Veranstaltung.