Normalerweise hätte die Neuenhagener Anna-Ditzen-Bibliothek zum Todestag des als Hans Fallada bekannt gewordenen Autors Rudolf Ditzen, der 1930 bis 32 in Neuenhagen lebte, dort seinen Roman „Kleiner Mann was nun“ geschrieben hat und dessen erste Frau Namensgeber der Bibliothek ist, wieder eine Veranstaltung organisiert. Bibliotheksleiterin Stefanie Reich wollte dazu eigentlich den Fallada-Biografen André Uzulis einladen. Weil in Corona-Zeiten aber keine Veranstaltungen mit Publikum möglich sind, wurde eine virtuelle Lesung vorbereitet. Sie sollte zum Todestag am 5. Februar auf dem Youtube-Kanal der Bibliothek abrufbar sein, aber bis zum Nachmittag gab es Probleme mit dem Hochladen des Videos.

Vortrag auf der Bürgerhaus-Bühne

Zu erleben ist darin der Barnimer Dietrich Peters, der Auszüge aus Falladas Roman „Der Alpdruck“ vorträgt, einem der letzten Werke des Schriftstellers, das erst nach dessen Tod verlegt wurde. In dem autobiographischen Werk beschreibt Falladas Zustände und Stimmungen im zerbombten Berlin unmittelbar nach dem Ende des Krieges. Laut Stefanie Reich hat Peters eine Sprechausbildung, sei aber kein Profi. „Er liest aus Berufung“, erklärte sie. Man kenne sich von Veranstaltungen in der Bibliothek, und der Panketaler sei im dortigen Kulturverein aktiv. Auch optisch hebe sich die Lesung diesmal ab von anderen, denn man habe im Bürgerhaussaal versucht, „Feeling“ zu erzeugen, sei eigens auf die Bühne gegangen.
Neben dem Roman sollten zugleich Kindergeschichten des Schriftstellers nahe gebracht werden, die auch heute noch gut zu lesen seien, so die Bibliothekschefin.
Die Veranstaltung mit dem Fallada-Biografen soll nachgeholt werden, wenn es wieder möglich ist.