Die Sicherungsmaßnahmen am denkmalgeschützten alten Kinosaal am Markt 13 sind abgeschlossen. Das hat Carla Bork, Leiterin des Kreisbauamtes, auf Anfrage mitgeteilt. Die Arbeiten erfolgten im Rahmen einer Ersatzvornahme in Zuständigkeit der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Märkisch-Oderland. Dazu zählten die Beräumung des Kinosaals, ein teilweiser Abbruch der Außenwände des Saals sowie die anschließende Sicherung der verbliebenen Außenwandteile.
Stadtanteil bei einer Million Euro
Die Stadt beabsichtigt, an diesem Standort wieder ein Kino zu installieren – mit Gastronomiebetrieb (MOZ berichtete). Einer Machbarkeitsstudie mit architektonischem Konzept hatten die Stadtverordneten im vergangenen Jahr bereits zugestimmt. Laut Studie sind 25 000 Kinobesucher im Jahr realistisch. Kalkuliert wurde mit zwei Varianten. Einer Vereinsvariante mit der Gründung einer Kino-Genossenschaft, die im Jahr ein leichtes Plus von 5400 Euro brächte, und einer privaten Betreibung mit einem jährlichen Defizit von 200 000 Euro. Ein Zuschussgeschäft für die Stadt.
Um zu sehen, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt, hatte die Stadt mit der Brandenburgischen Stadterneuerungsgesellschaft (BSG), über die Fördermittel akquiriert werden sollen, ein Interessenbekundungsverfahren gestartet, auf das sich drei Bewerber gemeldet hatten. "Eine Auswahl konnte noch nicht getroffen werden", wie Bürgermeisterin Elke Stadeler vergangene Woche den Stadtverordneten auf Anfrage von Bernd Sachse (Linke) mitteilte. "Dies erfolgt erst, wenn das Objekt Markt 13 im Eigentum der Stadt ist." Und zwar im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung. Elke Stadeler: "Die drei Interessenten werden zum gegebenen Zeitpunkt über das Verfahren informiert und müssen sich erneut bewerben." Das Grundstück gehört noch der Betreiber-Familie des alten Kinos, die das Vorderhaus als Wohnung nutzt. Mit ihr gibt es die Absprache, dass sie dem Verkauf zustimmt, wenn die Kino-Pläne konkret werden. Derzeit liefen dazu Gespräche – auch mit Gläubigern der Eigentümer, die der Stadt und der BSG Kooperationsbereitschaft signalisiert hätten, sagte Elke Stadeler. Grundlage für den Ankauf durch die Stadt ist ein aktuelles Wertgutachten, das beauftragt worden sei.
Uwe Schieferdecker von der Stadterneuerungsgesellschaft nennt es realistisch, "dass wir 2022 anfangen können, zu bauen". Finanziert werde die Drei-Millionen-Euro-Investition aus dem Programm Aktive Stadtzentren, wobei die Stadt eine Million Euro beisteuern müsste, den Rest tragen zu jeweils einem Drittel Land und Bund. Zuvor müssen aber noch die Stellplatzsituation untersucht und  ein Immissionsschutzgutachten erstellt werden, weil der Bestandsschutz für das alte Kino erloschen ist und es sich um einen Neubau handelt. "Für den Kinobetrieb bräuchte man 38 Stellplätze", sagt Schieferdecker. Wenn man von einer Spielzeit ab 16 Uhr ausgehe, könnte dieser Bedarf über die Parkplätze in der Müncheberger Straße und am Wriezener Tor abgedeckt werden. "Ob das so ist, wollen wir an unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten erfassen."
Bau-Chefin ist skeptisch
Bauordnungsamtschefin Carla Bork blickt hinsichtlich eines neuen Kinos nach eigener Aussage nicht mehr so optimistisch in  die Zukunft, wie noch vor einiger Zeit. Sie ist der Ansicht, dass die Stellplatzfrage für ein Kino mit Dauerbetrieb nur schwer lösbar sei. Die Stadt habe zwar die Möglichkeit, Ablöse anzubieten, aber in der Nähe gebe es kaum noch freie Flächen, die für parkende Autos genutzt werden könnten. Auch in Sachen Immissionsschutz dürfte es Probleme geben, da im Umfeld inzwischen das Wohnen vorherrschend sei. An diesen Fragen war bereits das zwischenzeitlich am Markt angesiedelte Lokal 1260  gescheitert.