"Es ist ein Ferienausflug und wer wollte, konnte mitkommen. Wir haben uns im Vorfeld mit den Kindern zusammengesetzt und uns einige Fragen überlegt", erzählten die Erzieherinnen Gabriele Braun und Franziska Kinner. Mit großen Augen wurde der Bürgermeister empfangen. "Eure Schulabschlussfeier wird vermutlich auch hier stattfinden", erklärte Knobbe kurz die Bedeutung des Gemeindesaales. Süßigkeiten lagen an den Plätzen, die sonst den politischen Gremien vorbehalten sind.
Noch etwas schüchtern legen die Kinder dann auch schon los mit den Fragen. "Hast Du einen Lieblings-Formel-eins-Fahrer?", wollte Nick wissen. "Ich freue mich, wenn deutsche Fahrer gewinnen", antwortete Knobbe und brach damit den Bann. "Können Mädchen auch Bürgermeister werden", wollte Celina wissen. "Wolltest du schon immer Bürgermeister werden?", interessierte Tim.
"Eigentlich habe ich mal internationale Beziehungen studiert. Das braucht man, wenn man Diplomat werden will. Aber danach habe ich in Berlin Jura studiert und 15 Jahre als Rechtsanwalt gearbeitet. Dann wurde ich gefragt, ob ich als Bürgermeister kandidieren möchte und nach Absprache mit der Familie habe ich zugesagt", erklärte Knobbe. "Macht dir das Spaß und was macht ein Bürgermeister?", lauteten weitere Fragen.
Die Erste konnte er bejahen. Mit "viel lesen, zuhören, viele Fragen beantworten und noch mehr Fragen stellen sowie viel sitzen - so wie ihr in der Schule", beschrieb er sein Tätigkeitsfeld. 4000 Euro verdient er im Monat, sechs Kinder hat seine Patchworkfamilie, um etwa 8 Uhr täglich fängt seine 50- bis 70-Stunden-Woche an, war außerdem noch zu erfahren. Und einen BMW fahre er als Dienstwagen. "Aber den Kleinsten!"