Mit Klängen auf Violine und Harfe umrahmten Elke Nawrotzky und Ursa Stein die Abschiedsfeier musikalisch in sehr passender Weise. Und als Erster in der Runde der Redner unterstrich Melcher Franck, Geschäftsführer der Kur + Reha GmbH als Träger der Klinik, die besonderen Leistungen des Gynäkologen, der nicht einfach nur als Kur- und Badearzt am Haus gewirkt hat, sondern dem es ganz maßgeblich zu verdanken ist, dass die Klinik nach der Wende gewissermaßen in die neue Zeit überführt und für die Zukunft gesichert werden konnte. Eine Leistung für den Gesundheitsstandort Buckow sowie die Sorge um die Betreuung für Schwangere und Kinder, die auch andere hervorhoben.
Haus ist bundesweit einzigartig
Schon zu DDR-Zeiten gab es an dem Standort ein Schwangerenerholungsheim, das nach den politischen Umbrüchen aber drohte, wie andere Einrichtungen abgewickelt zu werden. Heute ist die Mutter-Kind-Klinik in ihrer Konzeption und Ausrichtung bundesweit einzigartig, wie Franck betonte. Auch in den weiteren Entwicklungsprozess seit dem Neustart 1993 habe sich Melchert mit großem Elan und ständigem Innovationsgeist eingebracht. Loyalität und Treue hätten Melchert stets besonders ausgezeichnet. Klinikchef Heiko Horst-Müchler, der mit dem nun Verabschiedeten die vergangenen zwei Jahre zusammengearbeitet hatte, verwies auf dessen Humor – und hob hervor, dass Melchert sich auch höchst aktiv in die Nachfolgesicherung eingebracht habe. Jana-Bara Kobela ist bereits im Vorjahr eingearbeitet worden, wird die Praxis ebenso wie die Stelle in der Klinik übernehmen.
Dass Melchert jetzt mehr Zeit für Familie und seine vielfältigen Interessen finde, was bisher oft zu kurz kam, wünschte ihm auch Bürgermeister Horst Fittler. Er stellte heraus, dass der engagierte Buckower neben seinem beruflichen Wirken auch jahrelang in der Stadtverordnetenversammlung saß, in verschiedenen Ausschüssen mitwirkte und vor allem am Kurortkonzept bleibende Spuren hinterlassen hat.
Von den Kollegen je eine Rose
Sichtlich gerührt verwies Volker Melchert, der seine Arztlaufbahn vor 53 Jahren begann, auf diverse Mitstreiter. Von der damals aus dem "tiefen Westen" gekommenen Psychologin Doris Janssen, die Buckow in ihrer Zeit sehr schätzen lernte, ließ er durch Gerhard Richter zwei Gedichte vortragen. "Jede Zeit" und "Haus herber Schönheit" sind lyrische Liebeserklärungen an die Stadt und die einstige Wirkungsstätte. Von den bisherigen Kollegen im Haus erhielt Melchert jeweils eine Rose, bei den Umarmungen hatten viele eine Träne im Auge.
Auch mehrere Gemeinschaftsgeschenke hatte das Team vorbereitet. Da bekannt ist, dass Melchert begeisterter Anhänger der örtlichen Fußballer des FC Concordia ist, bekam er eine Dauerkarte ebenso wie ein Fan-T-Shirt mit der Nummer 26, die Zahl seiner Jahre an der Klinik in der neuen Trägerschaft symbolisierend. Als Ausgleich, um die Nase auch mal aus Buckow herauszustrecken, gab es obendrauf noch einen Gutschein für hauptstädtische Hochkultur, beispielsweise die Staatsoper. Zudem, verriet Melchert, ist er seit Kurzem – nicht ganz freiwillig – unter die Hundezüchter gegangen. Mit seiner Frau und den Vierbeinern wird er sich in einem Thüringer Ferienhaus erholen.