So weit voneinander entfernt waren die Kandidaten in den meisten Punkten nicht. Das zeigte sich gleich zu Beginn, als Ortsvorsteher Thomas Berendt, der das Wahlforum moderierte, die Kandidaten bat, ihre wichtigsten Zielvorstellungen darzulegen. "Unsere Ziele sind gar nicht so unterschiedlich", erklärte Ralf Jaitner (50), nachdem Uta Barkusky (56) Straßenbau, Rufbus und vor allem die Haushaltskonsolidierung bis 2018 aufgelistet hatte. Der Forstingenieur nannte zudem einmal mehr den allgemeinen Ausbau der Infrastruktur, die Einbindung der neuen Medien sowie die Neuansiedlung von Bewohnern und Unternehmen. Eduard Johann (54) möchte zusätzlich den Tourismusbereich ausbauen und denkt da insbesondere an Rad- und Wandertouristen. Auch "ein Gymnasium wäre gut", befand der Sozialpädagoge, der alle seine Überlegungen stets von der Finanzierbarkeit abhängig machte.
Zum Thema Trebnitzer Gutspark sprach sich Jaitner für einen "starken Eingriff" eines Försters" aus, da es sich ja "praktisch um einen Wald" handele. Dann müssten das vorliegende Konzept umgesetzt und der Park verjüngt werden.
Während der CDU-Vertreter einräumte, sich mit dem Thema noch nicht befasst zu haben, stellte die Bürgermeisterin nach einer Würdigung der Parkhelden klar, dass eine "hundertprozentige Wiederherstellung nicht möglich ist". Der Gutspark, der unter Denkmalschutz stehe, sei aber als Erholungsort wichtig.
Mit Blick auf den Trebnitzer Bahnhof verwies die Bürgermeisterin auf den privaten Investor, der dort gestalten wolle. Eine Verkürzung der Taktfrequenz von zwei auf eine Stunde werde wohl nicht kommen.
Weitgehende Einigkeit herr-schte auch bei der Beurteilung der Frage nach einer bürgernahen Verwaltung. Uta Barkusky will künftig die Hierarchien flacher gestalten und den Informationsfluss beschleunigen. Die Verwaltung ist nach ihrer Einschätzung aber "gut aufgestellt", was Eduard Johann ebenso sah. Der CDU-Kandidat vermisse allerdings einen "roten Faden". Für Jaitner wiederum ist wichtig, dass die Bürger frühzeitig in Entscheidungen einbezogen werden.
Auch auf die Frage, wie das Stadtbild verbessert werden könne?, konnten die Besucher keine wirklichen Ansatzunterschiede ausmachen. Die Bürgermeisterin erinnerte an die knappen Finanzen und kündigte an, dass die Müncheberger Wohnungsgesellschaft ihre sanierungsbedürftigen Häuser nach und nach in Ordnung bringen werde. Ihr SPD-Herausforderer machte die Vermieter für die leer stehenden Läden verantwortlich. So lange die keine günstigeren Konditionen böten, werde sich an dem Zustand nichts ändern. Eine Einschätzung, die Eduard Johann teilte.
Anders bei der Ortsteil-Frage. Da zitierte der CDU-Mitbewerber Bürger, wonach sich die Ortsteile abgehängt fühlten. Johann begründete das unter anderem mit der Entfernung und würde mit mehr öffentlichen Terminen dort gegensteuern. Die Bürgermeisterin schüttelte den Kopf und listete eine ganze Reihe von Verbindungen auf. Rückendeckung kam von Ralf Jaitner mit dem Hinweis: "Wenn wir als Abgeordnete über Müncheberg reden, dann sind immer auch die Ortsteile gemeint."
Gefragt wurde schließlich noch nach der Kommunalreform. "Was geografisch zusammengehört, kommt auch politisch zusammen", erklärte Jaitner und verwies auf die Bestrebungen nach einem Zusammenschluss mit dem Amt Märkische Schweiz und der Gemeinde Steinhöfel. "Wir sind da auf einem guten Weg", ergänzte die Bürgermeisterin, und Eduard Johann nickte.
Am 15. September, 17 Uhr, findet im Müncheberger Rathaussaal ein weiteres Wahlforum mit den drei Kandidaten statt.