Ein Jahr nach dem größten Vereinserfolg der Bogensportler des KSC Strausberg in einer Hallensaison (1 x Gold, 1 x Silber und 4 x Bronze) gelang es den Strausbergern, sich erneut auf den Höhepunkt der Saison (Deutsche Meisterschaft) zu konzentrieren.
Während es für den fleißigen Medaillensammler Klaus Schultze schon der vierte Meistertitel seiner Karriere war, ging für Michael Kirchhoff ein Traum in Erfüllung. Nach Bronze im Vorjahr konnte er seine Trainingsleistungen im Wettkampf abrufen und das höchste Treppchen erklimmen.
"Ja, das ist mein größter Erfolg in meiner noch recht jungen sportlichen Karriere", sagt Michael Kirchhoff stolz, der erst vor fünf Jahren mit dem Sport angefangen hat. Kirchhoff, der Angestellter bei den Strausberger Stadtwerken ist, hatte ursprünglich einen Ausgleich zum normalen Berufsalltag gesucht. "Und den habe ich auch gefunden. Nach einem anstrengenden Arbeitstag, vornehmlich im Büro, ist das Schießen genau das richtige", sagt er und nennt Aspekte wie Muskeltraining und die nötige hohe Konzentrationsfähigkeit. "Ich bin eigentlich gar nicht so ein ruhiger Typ. Doch beim Schießen ist das ganz anders", sagt der 38-Jährige. "Es macht einfach Spaß, und inzwischen ist der Bogensport ein wichtiger Teil meines Lebens geworden, zumal auch das Vereinsleben dazu gehört. Wir sind hier beim KSC wirklich eine dufte Truppe und haben auch mit unserer Anlage sehr gute Bedingungen." Kirchhoff meint damit den Schießplatz an der Energie-Arena Strausberg, auf dem nun auch wieder die Freiluftsaison beginnt. "Halle macht Spaß, aber draußen an frischer Luft, das ist dann doch etwas ganz anderes." Trotzdem schaffte er seinen größten persönlichen Erfolg in der Halle.
Kirchhoff berichtet, dass er zwar inzwischen auch Ehrgeiz habe, keinesfalls aber auf Titel oder Medaillen besonders scharf sei. "Aber Deutscher Meister - das klingt natürlich schon richtig gut."
Seine Leistung ist auch besonders hoch einzuschätzen, da der Strausberger mit Holzpfeilen geschossen hatte. "Ich bin da ein traditioneller Typ und will mir so viel wie möglich vom herkömmlichen Bogensport erhalten." Zur Erklärung: Es wird heute überwiegend mit Pfeilen aus Karbon geschossen. Die haben ganz andere Flugeigenschaften und sind auch leichter zu handeln. Der Verband hatte seine Auflagen gelockert, so dass auch Pfeile aus Holz in den Wettkampf mit eingehen können. Kirchhoff erzählt bei dieser Gelegenheit, dass er sich auch seinen Bogen (Primitivbogen) für die nächste Saison selbst bauen will. 479 von 600 möglichen Ringen schoss er bei den Meisterschaften.
Mit seiner zehnten Meisterschaftsmedaille ist Klaus Schultze seiner Frau Gabi dicht auf den Fersen. Sie holte sich in diesem Jahr Nummer elf in ihre Sammlung. Wie im Vorjahr sicherte sie sich ganz knapp die Bronzemedaille. Am Ende gaben bei den Damen Ü 40 Recurve-Bogen, bei gleicher Ringzahl die mehr geschossenen Zehner den Ausschlag.
Die vierte Medaille sicherte sich Lydia Laarz (U 20 Compound). Wie im Vorjahr konnte auch sie zur Meisterschaft erneut eine gute Leistung abrufen und errang Silber.
Insgesamt konnten auch die anderen Strausberger mit ihren Platzierungen zufrieden sein. Für Meisterschafts-Neuling Fabio Radtke (U 12 Jagdbogen) reichte es zu Platz sechs, Felix Laarz und Tim Stübner (beide U 17 Recurve) belegten die Plätze 13 und 15 sowie Norman Tzschoppe (Herren Compound) ebenfalls Platz 13.