Das Gewichtheben überregional weiterentwickeln, vorhandene Ressourcen ausschöpfen, neue Talente entdecken und fördern - so lautete die Zielstellung beim Zusammenschluss der Gewichtheber des TSV Blau-Weiß 65 Schwedt und des TSV 1860 Stralsund zum Oder-Sund-Team. Die Bilanz der letzten Monate kann sich sehen lassen.
"Beide Vereine profitieren von dieser Kooperation", erklärte Teammanager Ronald Lade zum Saisonabschluss am Sonnabend. So sei es gelungen, wichtige Sponsoren zu gewinnen und beim Nachwuchs mit dem Aufbau einer Trainingsgruppe in Stralsund für positive Entwicklungen zu sorgen.
Und auch sportlich lief es in der 1. Bundesliga rund. Mit einem hervorragenden dritten Platz aus der Vorrunde in der Staffel Ost hatte man die selbst gesteckten Erwartungen bereits mehr als erfüllt und war nun gewillt, in den Platzierungskämpfen eine erfolgreiche Saison mit einem guten Ergebnis zu krönen.
"Nach der Niederlage in Speyer zum Auftakt der Playoffs kämpfen wir jetzt um den sechsten Platz", so OST-Trainer Roland Taubert vor dem Saisonfinale in der Stralsunder Jahnsporthalle gegen AC Germania St. Ilgen. "Dabei peilen wir 800 Punkte und damit eine Mannschaftsbestleistung an", gab sich Taubert zuversichtlich und zog ein überraschendes Ass aus dem Ärmel: Arkadiusz Michalski, punktbester OST-Heber und derzeit in der EM-Vorbereitung für das polnische Nationalteam, hatte von seinem Heimatverband kurzfristig grünes Licht für seinen Bundesligaeinsatz erhalten und fegte damit jegliche Besetzungssorgen beim Oder-Sund-Team vom Tisch.
Trotzdem begann der Wettkampf für die Heimmannschaft etwas holprig. Lisa Marie Schweizer packte die 72 kg beim Reißen erst im dritten Versuch, steigerte sich dann aber beim Stoßen und brachte drei gültige Versuche in die Wertung, darunter eine persönliche Bestleistung von 90 kg. Leichte Probleme hatte auch Tomasz Rosol. Von Kopfschmerzen geplagt, fehlte es ihm an Lockerheit. Mit 146 Punkten erfüllte Rosol dennoch die in ihn gesetzten Erwartungen.
Keine Sorgen bereitete dagegen Christian Rech. Zuletzt in der Kritik gewesen, brachte der Schwedter sechs gültige Versuche ein und erzielte seine Saisonbestleistung. Tino Friedrich und Yasin Yücksel taten es ihrem Teamkollegen gleich und wussten ebenfalls mit persönlichen Bestleistungen bei den Relativpunkten zu überzeugen.
Mit 171 Zählern schraubte Erfolgsgarant Arkadiusz Michalski das Gesamtergebnis der OST-Heber schließlich auf 827,2 Punkte - eine neue Mannschaftsbestleistung zum Saisonabschluss. Die bisherige hatte die Schwedt-Stralsunder Kampfgemeinschaft mit 774,4 Zählern gegen den Berliner TSC aufgestellt.
Die Gäste aus Baden-Württemberg blieben hingegen mit 612,8 Punkten weit hinter den Erwartungen zurück. Immerhin hatte St. Ilgen vor 14 Tagen beim Heimwettkampf gegen den SSV Samswegen (Vierter der Staffel Ost) noch 752 Punkte erreicht.
"Das war heute die Krönung einer erfolgreichen Saison", freute sich Trainer Roland Taubert und feierte mit den Hebern des Oder-Sund-Teams den sechsten Platz in der Abschlusstabelle der 1. Bundesliga.
Ergebnisse des Oder-Sund-Teams im Überblick: Arkadiusz Michalski (Körpergewicht: 107,4 kg) 167 kg Reißen/ 211 kg Stoßen = 171,0 Relativpunkte; Tino Friedrich (86,1 kg) 149 kg/175 kg = 151,8; Tomasz Rosol (68,6 kg) 125 kg/151 kg = 146,0; Yasin Yücksel (106,4 kg) 153 kg/ 182 kg = 128,0; Lisa Marie Schweizer (56,9 kg) 72 kg/90 kg = 119,0; Christian Rech (93,3 kg) 135 kg/163 kg = 111,4