Seit wenigen Monaten arbeiten Joachim Stöhr und seine Kollegen an dem Konzept, das vom Bundesumweltministerium mit 80 Prozent gefördert wird. WEN präsentierte dem Hauptausschuss bei seiner jüngsten Sitzung eine Masse von Zahlen.
Demnach lag der Stromverbrauch in der Stadt 2009 bei knapp 80 Millionen Kilowattstunden. Rund die Hälfte davon wird in Strausberg selbst erzeugt. Während auf Gewerbe, Handel, Dienstleistungen mehr als die Hälfte des Verbrauchs entfällt, benötigen Privathaushalte gut ein Drittel. Rechnerisch gesehen hätte der Zähler für jeden einzelnen Strausberger 1105 Kilowattstunden angezeigt.
Territorial untergliedert wird in der Mitte, im Norden und in der Vorstadt am meisten verbraucht. Die Hegermühle liegt noch hinter der Altstadt, und der Osten hat nur unwesentlich mehr als die Bundeswehr im Norden. Schlusslicht ist der Gewerbepark Nord.
Vom Wärmebedarf von rund 190 000 Megawattstunden liefern die Stadtwerke gut 60 Prozent. Genau in dieser Größenordnung liegt der Verbrauch der Privathaushalte. Jeder Einwohner benötigt demnach 4550 Kilowattstunden Wärmeenergie im Jahr. Der Anteil von Gewerbe, Handel und Dienstleistern liegt bei knapp einem Drittel, an kommunale Verbraucher gehen gut sechs Prozent. Im Norden ist der Bedarf am größten, es folgen fast gleichauf Vorstadt und Mitte sowie der Osten, und in die Hegermühle geht weniger als in die Bundeswehr Nord.
Wie Stöhr weiter ausführte, hat sich im Vergleich zu 1993 – aus diesem Jahr lagen Daten vor – einiges getan. Der Stromverbrauch ist trotz leicht gesunkener Einwohnerzahl um fast ein Viertel gestiegen, der Wärmebedarf allerdings annähernd halbiert worden. Nach den Berechnungen gingen die Kohlendioxidemissionen auf unter ein Drittel des Wertes von 1993 (313 000 Tonnen) zurück. Das liegt unter anderem daran, dass verstärkt Erdgas als Energieträger zum Einsatz kommt und Braunkohle massiv zurückgedrängt wurde.
Als nächsten Schritt kündigte der WEN-Chef das Erstellen von Bedarfsprognosen an. Bei Strom erwartet er einen leichten Anstieg durch zusätzliche Technik in den Haushalten. Dies sei allerdings teilweise kompensierbar durch bessere Effizienz und Sparmaßnahmen. Der Wärmebedarf werde hingegen durch Modernisierungen weiter zurückgehen, sollte nicht Neubau „in Größenordnungen“ erfolgen, sagte er voraus.
Was die angestrebte Senkung der CO2-Emissionen angeht, sieht Stöhr Potenziale zum Beispiel durch eine Dezentralisierung bei den Stadtwerken mit neuen Standorten für Kraft-Wärme-Kopplungen und Verringerung von Leitungsverlusten. Auch der Ersatz von Kohlenstaub im Heizwerk Vorstadt durch Erdgas, Pellets oder Hackschnitzel könne etwas bringen. Stadtwerke-
chef Andreas Gagel sprach von Ideen, denen Wirtschaftlichkeitsberechnungen folgen müssten.
Ansätze hatte Stöhr auch für „Endverbraucher“ parat. Im Ganzen könnten die Emissionen bis 2020 um zehn Prozent sinken.