Seit Jahren wird über die Laubentsorgung in der Gemeinde gemeckert, ist man in vielen Straßenzügen unzufrieden mit der mangelhaften Termineinhaltung und der Qualität, die der beauftragte Straßenreinigungsbetrieb abliefert. In Neuenhagen müssen die Grundstücksbesitzer für diese Leistung bezahlen und fordern berechtigterweise vernünftige Qualität.
Da sich auch im vorigen Herbst wieder die Meldungen über das Portal Maerker des Internetauftritts der Gemeinde zum Thema Laubentsorgung mehrten, legte man nun den Vorschlag eines Modellversuchs auf den Tisch. Wesentliches Ziel sollte sein, zu erfahren, ob die Bereitstellung, Befüllung und Abholung von Laubsäcken auch für Neuenhagen eine bessere Alternative darstelle als die derzeit übliche Praxis. Dabei harken die Anlieger das Laub in Haufen zusammen, die dann vom Entsorger abgeholt werden - oder eben nicht. In einem eng umrissenen Bereich sollte nun getestet werden, ob es rationeller und zufrieden stellender wäre, wenn die Anlieger das Laub in bereitgestellte Säcke füllen würden, die dann abgeholt werden.
Das wurde in der Gemeindevertretung mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt. Die Begründungen gingen von der Ungewissheit, aus welchem Material die Säcke seien, bis zur Unzumutbarkeit der Arbeit, die den Bürgern damit "aufgehalst" werden würde. Aus der Fraktion der Linken verlautete, es wäre gut, Erfahrungen zu sammeln, aber man solle auch prüfen, ob man nicht auch den Bauhof in die Laubentsorgung einbeziehen könne.
Die Fraktion Die Parteilosen fragte an, was geschehe, wenn die Bürger auch Laub von ihren Grundstücken in die Säcke tun würden und dann die Berechnungsgrundlagen und Laubmengen nicht mehr stimmten? Und die SPD erklärte sich nicht einverstanden damit, dass Arbeit auf Bürger abgeladen würde, die sie bisher nicht hatten. "Wir beschreiten mit diesem Modellversuch kein Neuland", sagte Bürgermeister Jürgen Henze. In Nachbargemeinden gebe es diese Variante schon länger und erfahrungsgemäß auch weniger Beschwerden.