Ab Juni 2019 wird der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland die Biotonne als freiwillige haushaltsnahe Entsorgungsmöglichkeit für Grünabfälle sowie Nahrungs- und Küchenabfälle aufstellen. In dieser Woche werden dazu Informationsbriefe an alle Haushalte verschickt.  So beschlossen es die Mitglieder des Werksausschusses des EMO einstimmig.
Im Vorfeld hat es für die Biotonne einen Modellversuch gegeben, bei dem das Interesse und die praktische Nutzung im Berliner Speckgürtel und im Oderbruch getestet wurden. „Im Oderbruch wird eher auf Eigenkompostierung gesetzt, am Berliner Rand wird die Biotonne gern  genutzt“, fasste Werkleiterin Angela Friesse das absehbare Ergebnis zusammen. Schlussfolgernd daraus, bittet der EMO mit seinem Brief auf einer abtrennbaren und bereits freigemachten Antwortkarte um Auskunft aller Haushalte, ob sie eine Biotonne wollen und wie groß sie sein soll. In den ländlichen Gebieten des Altkreises Seelow bekommen nur die Wohngrundstücke eine Tonne, die sie ausdrücklich wünschen.  In der Strausberger und Bad Freienwalder Region hingegen bekommen alle Haushalte eine Biotonne hingestellt, sofern sie nicht ausdrücklich widersprechen. Die Antwortkarten oder ausgefüllte E-Mail-Formulare auf der Internetseite www.maerkisch-oderland.de/abfall-entsorgung sollten bis Ende Januar 2019 beim EMO eingehen.
Wer keinen speziellen Wunsch äußert, erhält eine Biotonne in der gleichen Größe wie seine Restmülltonne. Die Aufstellung ist zunächst entgeltfrei, doch fallen Leerungskosten pro Vorgang von 1,43 Euro für die 80-Liter-Tonne, 2,14 Euro für die 120-Liter-Tonne und 4,29 Euro für die 240-Liter-Tonne an. Erst ab 2020 werden Behältergebühren analog zu den Restmülltonnen verlangt. Ziel sei, pro Jahr mindestens 30 Kilogramm Bioabfall pro Einwohner zu erfassen.
Den Modellversuch begleitet hat die Gesellschaft für Beratung, Entwicklung und Management Berlin (Gavia), deren Geschäftsführer Heie Erchinger dazu im Werksausschuss sagte: „Die Bioabfallstrategie des Landes Brandenburg verlangt von allen Landkreisen die Sammlung und Verwertung der Bioabfälle bis 2020.“ Die Gavia begleitete den EMO auch bei der Ausschreibung der Leistungen.
Das Einsammeln der Biotonnen wurde für drei Jahre ausgeschrieben, die Verwertung für zwei Jahre. Zur ersten Ausschreibung der Sammlung gehört auch die Beschaffung der bis zu 70 000 Biotonnen und das erstmalige Aufstellen. Am Ende blieb das Angebot  der Remondis Großräschen, Betriebsstätte Werneuchen, übrig. „Weil sie als Einzige die Vergärung als Verwertungstechnologie anbot“, antwortete Angela Friesse auf eine Nachfrage von Klaus Henschel. Allerdings hätten die Bioabfälle dafür nach Schwerin gefahren werden müssen. So schraubte der EMO seine Ansprüche zurück, und Remondis bringt die Abfälle auf seine Kompostanlage. Ab 1. April 2019 werde Remondis mit Sammeln und Verwerten der Bioabfälle beauftragt.
Mit der neuen Abfallgebührensatzung beschloss der Werkausschuss auch sinkende Leerungsgebühren für den Hausmüll. Künftig kostet die Leerung der 120-Liter Tonne 2,82 Euro, statt bisher 3,13 Euro. Die 240er-Tonnenleerung sinkt von 6,26 auf 5,63 Euro und die der 80-Liter-Tonne von 2,09 Euro auf 1,88 Euro. Die Grundgebühr bleibt bei 16,44 Euro pro Jahr und Einwohner.