Die Kalkulation für das kommende Jahr sei diesmal etwas schwieriger gewesen, bekannte EMO-Werkleiterin Angela Friesse. Schließlich war das "Los 2" der Entsorgungsleistungen mit Sperrmüll, Schrott und Elektrogeräten aus Haushalten nach einem Votum des Kreistages noch nicht vergeben. Man habe den besten Bieter der ersten Ausschreibung angesetzt, berichtete die Chefin. Und lag damit sehr gut, wie sich zeigte, denn der habe nun auch bei der neuerlichen Ausschreibung das beste Angebot abgegeben. Das lag sogar ein kleines bisschen unter dem Schätzwert. Damit sei die befürchtete Erhöhung der Grundgebühr auf 18 Euro pro Einwohner abgewendet worden.
Laut brandenburgischem Abfallgesetz sind Gebühren für die Abfallentsorgung so zu erheben, dass das veranschlagte Aufkommen die voraussichtlichen Kosten nicht übersteigt und in der Regel deckt. Entsprechend flossen die Ergebnisse sämtlicher Ausschreibungen in die Gebührenkalkulation ein. Zudem erinnerte Angela Friesse daran, dass neben Sperrmüll-, Schrott- und Elektrogeräteentsorgung auch das Abholen der Weihnachtsbäume und die Touren des Schadstoffmobils durch die Grundgebühr abgedeckt werden.
Die Gebühr soll - Zustimmung des Kreistages vorausgesetzt - im Vergleich zu jetzt um zehn Cent pro Monat und Einwohner steigen, so dass statt 15,24 Euro pro Jahr dann 16,44 Euro fällig werden. Für Wochenendgrundstücke werden monatlich fünf Cent mehr erhoben, was eine jährliche Summe von 8,28 statt 7,68 Euro ergibt.
Die Leistungsgebühren für Hausmüll bleiben laut der Übersicht bei 12 Cent pro Kilo in der Tonne. Ab 2018 soll für die Hausmüllentsorgung dann ja nicht mehr nach Kilogramm, sondern pro Entleerung gezahlt werden. Abfallsäcke werden um drei Cent billiger, kosten im nächsten Jahr 2,46 Euro. Angehoben werden indes die Gebühren für Laubsäcke - von 1,67 auf 1,94 Euro - sowie Ast- und Strauchwerk-Banderolen, die mit 2,93 statt 2,06 Euro berechnet werden.
Nach oben gehen in den meisten Fällen auch die Annahmegebühren für Anlieferungen an der Umschlagstation in Rüdersdorf. Bei manchen Abfallarten sind es wenige Euro pro Tonne, bei anderen, speziell bei verschiedenen Dämmmaterialien, ist es deutlich mehr. Am teuersten sind hier Dämmstoffe mit Styropor, für die gleich mehrere tausend Euro pro Tonne verlangt werden. Angela Friesse wies darauf hin, dass diese Stoffe vorher nicht einzeln erfasst wurden, sondern in Gemischen. Neueste Richtlinien verlangten jedoch eine separate Sammlung. Die bringe allerdings große Prob-leme bei der Verwertung, was derartige Preise zur Folge habe.
Neben der Gebührensatzung bestätigte das Gremium auch die Entsorgungssatzung. Grundsätzliche Änderungen habe es nicht gegeben, erläuterte die Werkleiterin, lediglich Klarstellungen und redaktionelle Anpassungen. In beiden Papieren findet sich wieder, dass der EMO künftig auch Container für Abfälle aus Haushaltsauflösungen, Entrümpelungen, Grundstücksberäumungenund Renovierungsarbeiten anbieten wird. Für den Fünf-Kubikmeter-Behälter setzt die Kreis-Tochter knapp 175 Euro an.