Seit gut vier Monaten steht das von vielen fleißigen Helfern nach einem Unfall wieder hergerichtete Flugzeug erst an seinem Platz neben dem Tower. Vor großer Kulisse war Ende Mai die Fertigstellung gewürdigt und eigens ein "Roll out" zelebriert worden, um gebührende Aufmerksamkeit zu bekommen. Beim Flugplatzfest zum Stadtjubiläum im Juni stand die Maschine schon an ihrem derzeitigen Platz, war beliebtes Anschauungsobjekt und Fotomotiv. Inzwischen nutzen Fotografen aus der Stadt den Flieger bisweilen gar als Kulisse für Hochzeitsaufnahmen.
Damit könnte es bald vorbei sein. Der Geschäftsführer der Flugplatz GmbH Andreas Gagel bestätigte auf MOZ-Anfrage, dass über eine Umsetzung nachgedacht werde. Als er seinerzeit den Standort ausgewählt habe - im Gespräch waren zuvor auch ein Platz zwischen dem alten Tower und dem Museum sowie einer nahe der Tankanlage -, seien ihm die Größenverhältnisse nicht bewusst gewesen, sagt er. Aus heutiger Sicht erscheine die Maschine vor dem Gebäude ziemlich dominant. Überdies könnte sich die Möglichkeit ergeben, das Gastronomieangebot im Tower zu vergrößern - genau in Richtung des Flugzeugs. Allerdings sei bislang noch nichts spruchreif, seien keinerlei Abstimmungen erfolgt und weder über Termine noch über einen Alternativstandort entschieden, fügte er hinzu.
Der Chef des Fördervereins Flugplatzmuseum Horst Prommersberger sagte der MOZ, bislang sei der Geschäftsführer auch nicht mit derartigen Überlegungen an ihn herangetreten. Er habe aber davon gehört. Er halte den Standort wie andere für ideal und hoffe, dass die Maschine an der Stelle bleiben könne.
Seine Mitstreiter bescheinigen, der Platz werde gut angenommen und sei optimal, um eine Besichtigung von Museum und Flugzeug zu verknüpfen. Nach einem ersten Blickkontakt gebe es kurze Wege. Bis Ende September hätten bereits mehr als 900 Besucher die Gelegenheit genutzt, die Traditionsmaschine zu besichtigen. Der Flugzeugtyp war zu DDR-Zeiten in Strausberg oft gestartet und gelandet. Eine Reihe von Gästen, die früher schon das Museum besucht hatten, sei eigens wegen der "Anna" noch einmal gekommen.
Im Gästebuch ist denn auch von einem "Blickfang" und einem "Magneten für Film- und Fotofreunde" zu lesen. Strausbergs Ehrenbürger, Kosmonaut Sigmund Jähn, schreibt darin gar von einem "geschichtlichen Anziehungspunkt".
Freiwillige Spenden zur Wert-erhaltung sehen die Vereinsmitglieder als Anerkennung für die geleistete Arbeit. Für Bergung und Rekonstruktion hatten rund ein Dutzend Freiwillige rund 2600 Arbeitsstunden geleistet. Unterstützung kam dabei von der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GbA) mit MAE-Kräften und Hallenplatz zum Wiederaufbau.
Inzwischen hat sich eine Interessengemeinschaft "Freunde der Antonow" gefunden, die sich um die Werterhaltung kümmern will. Denn man erlebe immer wieder große Begeisterung, wenn sowohl Kinder als auch jung gebliebene Erwachsene die Möglichkeit nutzen, Schalter zu betätigen, mit der Steuersäule die Ruder zu bewegen oder sich im Pilotensitz fotografieren zu lassen - unter fachmännischer Aufsicht, versteht sich.
Eigentlich wollte die Gruppe in Eigenleistung ein kleines Tor schaffen, um zu Besichtigungen nicht immer durch den Tower zu müssen. Ob und wo das Tor hinkommt, bleibt abzuwarten.