650 Fans feierten am Sonnabend in der Giebelseehalle mit Belmondo, der besten Westenhagen-Coverband im Osten Deutschlands, deren 20-jähriges Bühnenjubiläum.
Dass das Dach der Giebelseehalle noch drauf ist, grenzt an ein Wunder. Die Fans von Marius Müller-Westernhagen und damit der einheimischen Coverband Belmondo bereiteten sich eine grandiose Nacht mit Hits aus vielen Jahrzehnten. Da hieß es immer wieder „Kann ich euch hören?...” und die Antwort darauf war unüberhörbar.
Fast auf den Tag genau ist es 20 Jahre her, dass Belmondo als Vorgruppe eines Puhdy-Konzertes auf dem Strausberger Gutshof ein erstes Konzert gab. Seitdem sind es fast 800 Auftritte, mit denen Ingo Scharbert als Sänger und Bandleader und seine langjährigen Musiker den Westernhagen-Fans Freude bereiten. “Ich war noch nicht mal 18, als ich mit der Gitarre am Lagerfeuer in einem Garten hier in Petershagen meine ersten Songs zum Besten gab”, erinnert sich Ingo Scharbert. Da habe es schon geheißen: “Du klingst ja wie Westernhagen.” Wenig später habe er bei einer Firmenfete sich ein Instrument geborgt,  drauflos gespielt und viel “Schulterklopfen” bekommen. Unmittelbar danach sei eine Anfrage gekommen, ob “ich nicht in einer Coverband als Westernhagen mitmachen wolle”, sagt er. Daraus sei dann Belmondo, benannt nach einem frühen Westernhagen-Titel, geworden. Seit damals mit dem Gitarristen Peter Talenta.
Während Lena als “Vorgruppe“ Nena das Publikum talentiert und gekonnt auf den Abend einstimmt, versammeln sich auch die Rüdersdorfer Belmondo-Westernhagen-Fans. Nicht zum ersten Mal haben sie für die Band Kuchen gebacken. Melanie Apolinarski, die die Facebookseite betreut, ist eine von zehn Frauen. “Ein Mann ist aber auch dabei”, sagt sie. Die Freude bei der Band wenig später ist riesig, denn außer dem Jubiläumskuchen gibt es auch einen Kasten Belmondo-Bier mit selbst gestalteten Etiketten. Und schließlich von Konzertbesucherin Heike Gansewendt noch eine gebastelte Collage der Band zum runden Geburtstag.
Ingo Scharbert und Band geben wie bei jedem ihrer Auftritte  – bestens bekannt auch von ihren Konzerten zu Himmelfahrt nahe dem Bötzsee – alles. Mehrmals wechselt der Sänger seine durchgeschwitzte Garderobe. Die Auftritte sind Schwerstarbeit, zumal das Konzert über drei Stunden dauert, bis auch der von allen gewünscht-geforderte Song “Johnny Walker” endlich mitgesungen werden kann. Das Publikum erweist sich wie immer als textsicher und der Spaß an den Nummern ist beiderseitig.
Die Band ist in der Gemeinde, der Region zu Hause. Das zeigte sich besonders bei den Dankesbotschaften, die Scharbert aus dem Jubiläumsanlass unbedingt loswerden wollte. Wie an seine Helfer, darunter Cheforganisatorin Vicki, die Caterer, die Ordner und namentlich Sabine Schulz vom Schreibeck für den Kartenservice. Aber eine ging auch an die Gemeinde Petershagen-Eggersdorf „für den Veranstaltungsort”.
Falls manch einer Konzertbesucherin am Folgetag die Arme schmerzten, lag es daran, dass sie die dreieinhalb Stunden Livekonzert mit dem hochgehaltenen Smartphone mitgeschnitten hatte. Und die Musiker machten jedem die Freude, sich ihnen für besonders schöne Szenen exklusiv zuzuwenden. Vor allem für Katrin und Mario wurde das Konzert noch aus einem anderen Grund unvergesslich: Sie hatten am Vortag geheiratet und wurden nun für einen Extraglückwunsch auf die Bühne gebeten.
Derweil die Stimmung im Saal immer weiter stieg, brachte an einem Stand Sabina Schröter ganz besondere Fan-Artikel an den Mann oder die Frau.
Aus dem Fundus der Band wurden diverse Stücke versteigert. So ging ein von allen Musikern signiertes Trommelfell vom 5. Bandjubiläum für 70 Euro an einen  Liebhaber weg. Die gesamte Spendensumme kommt der Kindertagesstätte Tausendfüßler in Hohenschönhausen zugute. Dort spart man für die Errichtung eines kleinen Fußballplatzes.