War das Denkmal einschließlich der beiden dort gezeigten Ausstellungen doch vom Bauordnungsamt umgehend verschlossen und mit einem Betretungsverbot belegt worden. Nun, nach mehreren Gesprächsrunden mit Bürgermeisterin Elke Stadeler, der Stadtplanung und dem Bauordnungsamt, blicken Kaule und der Eigentümer des Geländes, Matthias Merkle, optimistischer ins neue Jahr.
Kaule steht zum Projekt
Da das gesamte Bauensemble unter Denkmalschutz steht, könne man auch den Bunker als Denkmal im Außenbereich der Stadt betrachten und baurechtlich entsprechend behandeln, nennt Matthias Merkle einen Knackpunkt, der den Optimismus begründet: Das Bauordnungsamt habe zugesichert, diese Möglichkeit zu prüfen, und die Stadt wolle das unterstützen. Für den Bunker müsse ein Bauantrag gestellt werden, unter anderem sei ein zweiter Fluchtweg nötig, sagt Merkle und versichert, Martin Kaule halte an seinem Plan fest, den 200 Meter langen Zugang zu dem 70 mal 70 Meter großen unterirdischen Bauwerk als Ausstellungsraum zu nutzen. Jetzt schlummern dort eine Ausstellung zum 25. Jahrestag des Abzugs der russischen Streitkäfte aus Deutschland und die von Stefan Wolle konzipierte Fotoausstelung von Harald Hauswald "Voll der Osten". "So sind wir zuversichtlich, alle Vorgaben erfüllen und im nächsten Jahr den Kulturbunker wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen zu können", sagt Matthias Merkle.
Auch hinsichtlich anderer Prob­lemlagen auf dem Gelände befinde man sich auf einem guten Weg, seit Bürgermeisterin Elke Stadeler sich des Problems mit Stadtplaner Stefan Reinhardt angenommen habe: "Wir werden nun für die verkehrliche Erschließung des Geländes die vorhandene Betonstraße nicht wegreißen und völlig neu bauen müssen, sondern können sie nach dem Rückbau der Gehwege als verkehrsberuhigte Mischverkehrsfläche nutzen", informiert der Bauherr. Ein Verkehrsplaner arbeitet das jetzt aus, damit der Landkreis es prüfen kann. Über den zu erwartenden Verkehr hat Matthias Merkle bereits ein Gutachten erstellen lassen. Schließlich sieht der Bebauungsplan vor, dass auf dem östlichen Teil Wohngebäude entstehen, während links, wenn man in die Einfahrt kommt, der öffentliche, belebtere Teil mit dem Theater im alten Wasserwerk und einem Neubau sein werde.
Zentral liegt ja der elf Meter hohe Plattenbau, der schon durch einen gemeinnützigen Verein mit genutzt wird. Eine höhenmäßige Abstufung zum acht Meter hohen Theater soll das neue Atelierhaus bilden. Höher zu bauen sei nicht nur ökonomisch, sondern auch hinsichtlich des ökologischen Fußabdrucks des Gebäudes vernünftiger, sagt Merkle. Zudem habe man mit der Stadtplanung auch vereinbart, dass eine Photovoltaikanlage auf dem Theater gebaut werden darf und einen weiteren ökologischen Akzent setzt. Das Atelierhaus soll auf seiner Nutzfläche von 1000 Quadratmetern auf drei Ebenen Kreativen wie einem Holzbildhauer oder Musikern Raum bieten.
Gefahr im Verzug
Das Wachengebäude am Eingang zum Gelände erfordert jetzt zügiges Eingreifen, weil das Dach einzustürzen droht und das Denkmal damit irreparable Wasserschäden davontragen könne. Eigentlich wollte ein Gastronom schon längst dort Speisen und Getränke für Theaterbesucher und Strausberger aus dem Wohngebiet Hegermühle anbieten, doch müsste das Gebäude für den Umbau dafür aus dem Status des Landschaftsschutzgebietes entlassen werden. Die Untere Naturschutzbehörde habe aus naturschutzrechtlicher Sicht das Ansinnen als "grundsätzlich zustimmbar" eingeschätzt, berichtet Matthias Merkle von der Reaktion.
Ihm liegt daran, das Gelände zu einem Magneten für die Öffentlichkeit zu machen. Die Hegermühle sei ja gastronomisch auch nicht gerade unbedingt überversorgt.