Wie die Gemeinde auch offiziell auf ihrer Internetseite mitteilt, ist Jörg Lehmann am vergangenen Freitag einer längeren schweren Krankheit erlegen. Die Nachricht vom Tod des Mannes, der sich über drei Jahrzehnte in seinem Heimatort auf vielfältige Weise engagiert hat und weit über die Rüdersdorfer Grenzen hinweg bekannt war, hat Bestürzung ausgelöst.
1998 war er für Bündnis 90/Die Grünen Anwärter für den hauptamtlichen Beigeordnetenposten im Landkreis, sofern es im Kreistag zu einer rot-grünen Zusammenarbeit gekommen wäre. Zeitweise war er auch einer der beiden Kreis-Sprecher der Partei. Sein Engagement für das kulturell-gesellschaftliche Leben in Rüdersdorf führte ihn in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende ehrenamtlich zum Vorsitz des Kulturvereins Grüne Kehle. In der Verwaltung stieg Lehmann, der zwischenzeitlich zur SPD gewechselt war, vom Chef des Ordnungsamtes zum Fachbereichsleiter Bürgerservice und Stellvertreter des früheren CDU-Bürgermeisters André Schaller auf. Dieser berief den kommunalpolitisch wie in der Verwaltungsarbeit Erfahrenen schließlich 2012 zum Geschäftsführer der kommunalen Kultur GmbH. Diese leitete Lehmann fünf Jahre, bis er Anfang 2017 das Handtuch warf.
Offen und aufrecht
"Ein offener und aufrechter Mensch" sei Lehmann gewesen, sagt Gemeindevertretervorsteher Ronny Neumann (Linke) über den 1963 Geborenen, den er seit 16 Jahren in verschiedenen kommunalen Funktionen schätzen gelernt habe. "Ich fand es wahnsinnig mutig, dass er auch 2019 noch mal für die Gemeindevertretung kandidiert hat – es zeigte seine große Verbundenheit mit dem Ort", zollt Neumann dem langjährigen Mitstreiter Respekt.