"Vielleicht ist zur Eröffnung ja auch die Straße im Navi zu finden", frotzelte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) am Ende seines Grußworts. Er war nicht der Einzige, der Mühe mit der Märkischen Straße hatte, die ihren Namen noch nicht allzu lange Zeit trägt.Der für die Landesbauten zuständige Minister hatte 2014 nach Besuchen in Strausberg "dringendsten Handlungsbedarf" für die Polizei anerkannt. Die in der Folge vom Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) mit der SWG und Stadtwerken gefundene Variante sei "die wirtschaftlichste und schnellste" gewesen, betonte er.
Es sei gut, dass hier gebaut werde, pflichtete ihm der oberste Dienstherr der Polizei, Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), bei. Modernste Bedingungen brächten auch Motivation für die Polizisten, die einen anspruchsvollen, schweren und guten Job erledigten, immer hochkonzentriert sein müssten und im Fokus der Öffentlichkeit stünden. Selbst wenn Görke erklärt habe, er sei ein "armer Finanzminister", denke die Landesregierung auch über andere Wege eines angemessenen Ausgleichs für die Polizeiarbeit nach, reagierte Schröter auf eine Anmerkung von Bürgermeisterin Elke Stadeler. Sie hatte nicht zuletzt angesichts der Einsätze bei diversen Demonstrationen in den letzten Monaten in Strausberg den Polizisten höchsten Respekt gezollt und eine bessere Bezahlung angemahnt. "Das ist ja kein Bürojob."
Elke Stadeler hatte zuvor auch die Arbeit der Bauleute und der Verantwortlichen von SWG und Stadtwerken gelobt. "Das ist ein Beispiel, dass man in Brandenburg Bauinvestitionen zeitgerecht und im finanziellen Rahmen absolvieren kann", sagte sie in Anspielung auf missratene Großprojekte. Selbst eine wetterbedingte Unterbrechung von rund vier Wochen sei inzwischen wieder aufgeholt, bestätigte SWG-Chef Mathias Wegner-Repke, der allen Beteiligten sowie den Visionären dankte, die das Projekt auf den Weg gebracht hatten. Elke Stadeler zeigte sich überzeugt, dass die "Perfektionisten" an der Spitze der beiden kommunalen Unternehmen dafür stünden, dass auch in der verbleibenden Bauzeit keine Überraschungen zu erwarten seien. Andreas Gagel gab den Besuchern denn auch schon den Termin für die Einweihungsfeier mit auf den Weg: am 31. März 2017.
Zuvor hatten er und sein Geschäftsführerkollege mit der Bürgermeisterin, den beiden Ministern, Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke und dem Chef des BLB Volker Bargfrede die symbolischen Nägel in einen Balken gehämmert. Komplett ins Holz hinein bekam sie keiner. "Deshalb habe ich nicht mitgemacht", kommentierte Landrat Gernot Schmidt, der sich im Hintergrund gehalten hatte. Beim folgenden Richtspruch von Zimmermann Thomas Arndt ging hingegen alles glatt. Danach baten die Gastgeber ans Büfett.