Im vergangenen Jahr hatte die SRS einen Antrag auf Förderung für zwei Züge gestellt, die das Verkehrsunternehmen gebraucht in Finnland erwerben wollte, um einen Schritt in Richtung Barrierefreiheit voranzukommen. Laut Bundesgesetzgebung soll der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) bis 2022 vollständig barrierefrei sein. Bislang verkehren aber nur drei modernisierte Tatra-Bahnen mit Niederflur-Mittelteil auf der Strecke zwischen Alt-Rüdersdorf und Berlin-Friedrichshagen. Die Gelenkzüge vom Typ Heidelberger bieten dies nicht. Da neue Fahrzeuge pro Stück etwa 2,6 Millionen Euro kosten, wurde der Erwerb von gebrauchten als günstige Möglichkeit gesehen, den SRS-Fuhrpark zu erneuern.
Die finnischen Züge vom Typ Artic Tram der Firma Transtech, heute Teil von Skoda Transportation, sind Niederflurbahnen. Sie sind knapp 28 Meter lang und 2,40 Meter breit, haben jeweils 88 Sitzplätze sowie drei Stellplätze für Rollstuhlfahrer (einschließlich Einstiegsrampe) und zwei für Kinderwagen. Sie waren zwei Jahre in der Hauptstadt Helsinki als Prototypen im Probeeinsatz und gingen dann an den Hersteller zurück.
Der Kreistag Märkisch-Oderland hatte Anfang 2018 ebenso wie sein Pendant in Oder-Spree je 1,45 Millionen Euro für den Erwerb  der Züge bewilligt. Die reichen nun allerdings nicht mehr aus. Denn nun wird ein höherer Preis verlangt. Wie Bröcker auf MOZ-Anfrage sagte, lag der SRS zwar ein schriftliches Angebot mit dem ursprünglich genannten Preis vor, aber in den Papieren sei ein Vorbehalt formuliert gewesen. „Wir kaufen ja nicht von den Verkehrsbetrieben Helsinki, sondern vom Hersteller“, erklärt er. Man habe sich darauf verlassen, dass die Preise zwischen Verkehrsbetrieb und Hersteller abgestimmt seien.
Als es nach der Förderzusage durch die Landkreise an die Detailverhandlungen ging, sei der neue Preis von 3,7 statt 3,4 Millionen Euro für die zwei Bahnen aufgerufen worden. Der Märkisch-Oderländer Wirtschaftsamtsleiter Jörg Schleinitz verwies im Wirtschaftsausschuss des Kreistages kürzlich auch  auf einen Geschäftsführerwechsel im Werk.
Der Ausschuss hatte dann auch eine Anhebung der Förderung um 127 500 Euro auf nunmehr 1,57 Millionen Euro befürwortet. Der Landkreis Oder-Spree soll die gleiche Summe zuschießen. Und das Unternehmen will seinen Eigenanteil auf 555 000 Euro erhöhen. Darüber müsse in der Gesellschafterrunde mit den Gemeinden noch gesprochen werden, kündigte Bröcker an. Er machte deutlich, dass er die Erhöhung noch für „angemessen“ halte. Und nur durch den Deal sei es der SRS möglich, den Fahrzeugbestand kurzfristig zu modernisieren. Den großen Förderanteil begründete er damit, dass die Millioneninvestition im Verkehrsleistungsvertrag mit den Landkreisen als Trägern des ÖPNV nicht berücksichtigt war.
Nunmehr liege jedenfalls ein verbindliches Angebot vor, sagte Bröcker. Und er sei „vorsichtig optimistisch“, dass das erste Fahrzeug im Spätsommer nach Schöneiche komme. Allerdings seien auch noch Zulassungsfragen und andere Themen zu klären.
Der Kreistag MOL befindet am 29. August über die höhere Fördersumme.