„Es hat sich einiges verbessert, aber ...“, fasste Hoppegartens Bürgermeister Karten Knobbe zusammen, wie das derzeit im Kreistag in der Diskussion befindliche Papier bewertet wird. Entsprechend fällt auch die nach Seelow gesandte Stellungnahme aus. Auf Kritik stößt insbesondere die Tatsache, dass die ab Dezember 2018 angeschobene Taktverdichtung auf mehreren Randberliner Buslinien in den Hauptverkehrszeiten, die die Gemeinden dann zunächst finanzieren, sich nicht vollständig wiederfindet, wie es eigentlich avisiert worden war. Laut den jetzigen Unterlagen würde der Kreis nur ein um etwa zwei Stunden verkürztes Angebot bezahlen. Das betrifft insbesondere den Nachmittag, wo ein 20-Minuten-Takt statt von 14 bis 19 Uhr nur von 15 bis 18 Uhr eingearbeitet ist.
Zudem monieren die Hoppe-gartener, dass der Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn bei ihnen bei den Buszeiten bislang keine Rolle spielt. Verlangt wird ferner, die Wartezeiten beim Schülerverkehr von jetzt 45 bis 60 Minuten auf maximal 20 zu reduzieren und für „Sondersituationen“ gewappnet zu sein, beispielsweise verkürzter Unterricht bei Hitze, wodurch mehr Schüler zur gleichen Zeit nach Hause wollen.
In der Stellungnahme wird zudem eine Anregung von CDU-Fraktionschef Thomas Scherler aufgegriffen, dass ein Busanschluss nach Friedrichshagen zum S-Bahnhof geprüft und mit Berlin über eine Verlängerung von BVG-Linien in das Hoppe-gartener Gemeindegebiet gesprochen werden sollte. Zudem wollte die CDU die Problematik des Birkensteiner Bahnübergangs mit erwähnt wissen. Höherer Takt bedeute noch höhere Verkehrsbelastung im Umfeld und noch größerer Rückstau. „Hier muss mehr Druck auf den Bund ausgeübt werden, eine Unterführung zeitnaher zu realisieren, auch um die Übergangsmöglichkeiten für Fußgänger zu gewährleisten“, so Scherler.
Auch in Neuenhagen wurden die Verbesserungen gegenüber dem jetzigen Plan begrüßt, die fast 240 000 Fahrplankilometer mehr bedeuteten. Allerdings wurde statt der auch von Hoppegarten kritisierten eingeschränkten Taktverdichtung in den Hauptverkehrszeiten eine „Entlastung um 100 Prozent“ gefordert. So seien im Vorfeld auch die Absprachen gewesen, bemerkte Gemeindevertreter Jürgen Hitzges (SPD), der auch im Kreistag ist. „Was die Gemeinden zunächst in Vorleistung finanzieren, sollte in den Plan rein.“ Schließlich gebe es am Berliner Rand besonderen Bedarf, bestätigte Udo Rösler aus dem Rathaus, der die Neuenhagener Stellungnahme verfasst hatte.
Darin wird zudem eine Verbindung nach Schöneiche angeregt, um Ziele wie Kulturgießerei, B1-Sportcenter und die Straßenbahn 88 einerseits, Freibad, Bürgerhaus und die S 5 andererseits erreichbar zu machen. Die einst getestete, aber wegen mangelnder Nutzung wieder eingestellte Ringbuslinie sollte es nicht sein, hieß es. Und auch Schöneiche habe entsprechendes Interesse signalisiert.
Zudem wollen die Neuenhagener den Spätbus der Linie 939 nach Altlandsberg explizit aufgeführt sehen, was derzeit nicht der Fall sei, und setzen sich für eine zusätzliche Frühfahrt des 940ers zur S-Bahn 5.11 Uhr und eine Spätfahrt mehr der 943 gegen 21 Uhr ein.
Hitzges und Wolfgang Winkler (Linke) setzten sich überdies dafür ein, dass die neuen Wohngebiete im Gruscheweg und das Gewerbegebiet durch eine Buslinie erschlossen werden sollten. Bei kleineren Linienabweichungen wie in diesem Falle habe sich der Landkreis bislang ziemlich flexibel gezeigt, äußerte sich Rösler optimistisch, dass die Gemeinde damit Erfolg haben könne.
Was die längerfristigen Planungen angeht, plädieren die Neuenhagener dafür, bereits frühzeitig Lösungen für einen Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn und einen 30-Minuten-Takt der Regionalbahn „anzudenken“, die sich in dem vor wenigen Wochen vorgestellten Entwicklungskonzept 2030 des Landesnahverkehrsplans wiederfinden. Das betreffe sowohl Anschlüsse als auch die dann noch häufiger geschlossenen Schranken an den Bahnübergängen.