Fast alles dreht sich in der integrierten Kindertagesbetreuung der Fred-Vogel-Grundschule in der ersten Ferienwoche um den Igel. „Wir haben vieles danach ausgerichtet, so werden wir Igel basteln, Informationen über in ihn sammeln und dann gibt es noch Überraschungen“, sagt Erzieherin Kerstin Jürgus. Fast 70 Ferienkinder von der ersten bis zur sechsten Klasse nutzten gleich den ersten Ferientag, um mit Mitgliedern der Nabu-Ortsgruppe Fredersdorf-Vogelsdorf dem Igel und seiner  Umwelt  auf die Schliche zu kommen.

Projektwoche im Zeichen des Igels

„Wir machen solche Veranstaltungen öfter mit Kindern, wenngleich auch noch nie mit so vielen auf einmal. Ich denke, es ist wichtig, schon die Kleinsten für den Naturschutz zu sensibilisieren. So kommen wir auch an die Familien mit unserem Anliegen heran“, erklärt Ralf Haida, Vorsitzender der örtlichen Nabu-Ortsgruppe und Gemeindevertreter der Grünen.
Los ging es mit dem Ausflug der Ferienkinder am Luchpfuhl unweit der Autobahn in Fredersdorf-Süd. Ein naturbelassenes Stückchen Erde inmitten der Siedlung, in dem viele Lebewesen ihre Heimat gefunden haben. Ein kleines Picknick inmitten der ursprünglichen Natur sollte die Bindung dazu stärken. Dazu gab es Informationen, welche Lebewesen sich dort im feuchten Teil tummeln, wer lieber den Tag mit trockenen Füßen verbringt und welche Vogelarten sich das natürliche Schauspiel aus der Luft anschauen.
In Gruppen führte danach der kurze Weg der Schüler auf die Streuobstwiese des Nabu zwischen Schöneicher Allee und Weberstraße. Fast ein Hektar Natur darf sich dort fast ungestört entwickeln.

60 Obstbäume und 120 verschiedene Pflanzen auf der Streuobstwiese

Etliche Bäume sind im letzten Jahr dazugekommen, so dass jetzt 60 Obstbäume unterschiedlicher Sorten ihre Früchte tragen. Mehr als 120 verschiedene Pflanzen haben ihr Zuhause dort gefunden. Das lockt natürlich auch Tiere an, weiß Hella Fischer von der Nabu-Ortsgruppe. „Ein Igelmännchen braucht ein Revier von etwa 1000 mal 1000 Metern, damit es genug Nahrung finden kann“, erklärt sie einer Gruppe von etwa 20 Kindern, die sich sehr interessiert den Vortrag anhören. Sie sind wenig später mittendrin in einer spannenden Echtzeitstory, als Ralf Haida am aufgestapelten Gesteinshaufen erklärt, dass dort Eidechsen und Schlangen ihren Unterschlupf gefunden haben. „Echte Schlangen?“, fragen mehrere Kinderstimmen im gleichen erstaunt wirkenden Tonfall. „Natürlich“, erklärt Ralf Haida, erzählt über die Bewohner und hat die ganze Aufmerksamkeit der kleinen Besucher damit auf sich gezogen. Da ist riesiges Potenzial, die Kinder für die Natur und den Schutz zu begeistern, wird spätestens in diesem Moment klar.

Herausforderung naturbelassene Nistkästen

Gehämmert wird ein Stückchen weiter am Gartenhaus. Mit einer kleinen Gruppe packt Anne Haida verschieden große Holzbretter aus, die einmal naturbelassene Nistkästen für Vögel werden sollen. Beim Hämmern lassen die kleinen Besucher gern der stellvertretenden Nabu-Vorsitzenden den Vortritt, denn so einige schief eingeschlagene Nägel knabbern am Stolz der kleinen Handwerker. Der Wille zählt, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, sagt Anne Haida lachend und ermuntert ihre Schützlinge zum Weitermachen.

Noch mehr Wildblumen

Etwas einfacher gestaltet sich der Bau von Igelhaufen. Viel Laub und etwas Geäst braucht man dazu, das gibt es auf der Streuobstwiese im Herbst reichlich. Die vielen Bienenhotels bewundern die Kinder, einige haben sogar ein Ähnliches im eigenen Garten. Doch damit ist es allein nicht getan, die Bienen müssen auch Nahrung finden, erzählt Ralf Haida. Dazu sollen im nächsten Jahr noch mehr Wildblumen auf der Streuobstwiese ihre nahrhafte Pracht entfalten dürfen, erklärt er den Kindern.