„Wir wollen nicht warten, sondern jetzt Verantwortung übernehmen für die Generationen nach uns“,  so antwortete Rehfeldes Klimaschutzmanager René Tettenborn zum Abschluss des gut zweistündigen Besuches einer achtzehnköpfigen Delegation südkoreanischer Experten auf eine der vielen Fragen der internationalen Besucher. Südkorea ist gemäß der Delegationsleiterin Jana Narita – Projektmanagerin im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) – „noch in den Anfängen und erst seit 2017 sehr interessiert an erneuerbaren Energien, man erhofft sich von der insgesamt einwöchigen Reise viele Informationen“.
Vorangegangen war ein gemeinsamer Besuch der zwei Bürger-Windkraftanlagen  der örtlichen Energiegenossenschaft „EigenEnergie“. Heinz Kuflewski vom Arbeitskreis Rehfelde  EigenEnergie war selbst vor Ort, erläuterte die Anlagen und konnte bereits erste Fragen der sichtlich interessierten Besucher beantworten. Dass sich die beiden Windkrafträder mangels Wind nicht drehten, konnte er den staunenden Besuchern erklären. Die imposante Größe der Anlage (200 Meter Gesamthöhe und ein Flügelkreis von 120 Meter) war beeindruckend genug. Bereits am 7. Dezember wurde der kalkulierte Jahresertrag aus Windenergie erreicht.
Zurück im Bürgerhaus, ließ es sich Bürgermeister Reiner Donath nicht nehmen, persönlich die internationale Delegation zu begrüßen und übergab abschließend das Wort an den Klimaschutzmanager. Dieser schilderte seinen Aufgabenbereich, zeigte moderne alternative Energieoptionen und ihre Anwendung in Rehfelde auf  und konnte auf eine Vielzahl an Serviceangeboten für Bürger verweisen.
„Durch den Bau einer Photovoltaikanlage im Bereich der Schule könnten beispielsweise 30 bis 40 Prozent des eigenen Stromverbrauchs gedeckt, durch Wärmedämmung der Kita und Sporthalle weitere 70 Prozent Energieersparnis erreicht werden“, sagte Tettenborn. Anschließend kam der Vorstandsvorsitzende Bernd Bechly zu Wort, welcher detailliert Hintergrundinformationen zu allen Projekten der Genossenschaft geben konnte. In der folgenden offenen Gesprächsrunde war er ein gefragter Spezialist zu Fragen nach der Wirtschaftlichkeit der Anlagen, gesetzlichen Rahmenbedingungen, Förderungsgmöglichkeiten, der durchschnittlichen Windmenge in Brandenburg und der Akzeptanz des Projektes in der Bevölkerung. Derzeit hat die Energiegenossenschaft 230 Mitglieder, viele davon lokal verwurzelt.
Anzahl und Qualität der Fragen ließen keinen Zweifel an dem intensiven Interesse Südkoreas am lokalen Projekt Rehfeldes. Weitere Fragen zum Ausfall für die Landwirtschaft, kalkulierten Erträgen, Nachnutzung der Anlagen und Finanzierungskonzept wurden erläutert.
Für die mitgereiste Dolmetscherin war es eine Herausforderung, ihren Teilnehmern korrekt zu erklären, warum die jährliche Energieleistung der zwei Windkraftanlagen, welche den gesamten Bedarf von Rehfelde bei Weitem decken würde, nicht direkt dem Ort zur Verfügung gestellt werden kann. Bechly half aus und verwies auf gesetzliche Rahmenbedingungen und eine derzeit rege Diskussion zu diesem Thema. „Gerade die Akzeptanz und Unterstützung der Öffentlichkeit sind von großer Bedeutung, um die Energiewende erfolgreich umsetzen zu können“, da sind sich alle Verantwortlichen einig. So wird auch die Anstellung des Klimaschutzmanagers finanziell gefördert.
Seit mehreren Jahren bereits verfolgt die Energiegenossenschaft die Umsetzung von Projekten auf kommunalen Dächern und Anlagen auf früheren Deponienflächen. Eine richtungweisende Entscheidung dazu soll im Januar folgen. Die Vision von einer sozialen, preiswerten und unabhängigen Energieversorgung wird also weiter forciert. Im Anschluss an den Besuch in Rehfelde erwarten die südkoreanischen Delegierten noch weitere Fachvorträge in Potsdam und Berlin.