Die neuen Motoren sollen wie die bisherigen Strom aus Erdgas erzeugen. Die dabei entstehende Abwärme wird nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip für die Fernwärme genutzt. KWK-Anlagen werden wegen ihrer hohen Effizienz und damit Umweltfreundlichkeit gefördert. Jeder Stromverbraucher zahlt pro verbrauchte Kilowattstunde Strom dafür einen KWK-Zuschlag ein. Nach dem neuen KWK-Gesetz, das zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist, wird aber nicht mehr jede neue KWK-Anlage mit einer Leistung über einem Megawatt gefördert, sondern nur noch diejenigen, die auch langfristig wirtschaftlich arbeiten, erläutert Stadtwerke-Sprecherin Gesa Reschke den Hintergrund. Deshalb würden wie bei Windkraft- und Photovoltaikanlagen die Fördermittel in einem Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur vergeben.
Die erste Ausschreibungsrunde für KWK-Anlagen startete vor kurzem - bis zum 1. Dezember mussten alle Unterlagen der Anlagenbauer eingereicht werden. Das Ausschreibungsvolumen dieser ersten Runde umfasste 100 Megawatt. Kernstück der von den Anlagenbauern einzureichenden Unterlagen war ein Gebotswert in Cent pro Kilowattstunde KWK-Strom. So galt als Höchstpreis sieben Cent. Wer aus Gründen mangelnder Wirtschaftlichkeit darüber lag, fiel durchs Raster.
Gesa Reschke berichtet über das Ergebnis: "Sieben Anlagenbauer haben einen Zuschlag erhalten. Der niedrigste bezuschlagte Gebotswert betrug 3,19 Cent pro Kilowattstunde, der höchste 4,99 Cent pro Kilowattstunde." Die Stadtwerke Strausberg können durch die Zuschlagserteilung nun bald die drei Gasmotoren im BHKW Nord ersetzen. "Dass die Stadtwerke Strausberg einen Zuschlag erhalten haben, zeigt einmal mehr, dass man es hier in Strausberg auch mit den Großen der Branche eben auch im Bereich Wirtschaftlichkeit aufnehmen kann."
Nicht nur nebenbei sei die Zuschlagserteilung auch ein Erfolg für den Klimaschutz in Strausberg. Schließlich sei es vor allem auf die Kraft-Wärme-Kopplung zurückzuführen, dass Strausberg seit langem die Kohlendioxid-Ziele erreicht und sogar unterbietet.