Immer wieder gibt es alle paar Monate neue Vorschläge und Diskussionen rund um die Gestaltung der Eisenbahnstraße. Während die einen darauf bestehen, dass es einen sogenannten Magneten oder auch Anker geben sollte, sprich einen Drogeriemarkt, der Käufer anlockt, sagen die anderen, dass dies zum endgültigen Verkehrskollaps rund um den S-Bahnhof führen wird.
Nachdem von den Gemeindevertretern mit knapper Mehrheit vor wenigen Wochen der von der Verwaltung favorisierte Vorschlag eines Investors abgelehnt wurde, hatte Bürgermeister Jürgen Henze (parteilos) den Fraktionen nahegelegt, sich doch nun selbst Gedanken zu machen.
Haben sie. Zum einen hat sich eine Gruppe aus Georg Stockburger und Gabriele Zink-Ehlert (beide Grüne/B 90), CDU, NWF und SPD gefunden. Die schlägt vor, dass von der Hauptstraße entlang der Gleise, abgehend zur Woltersdorfer Straße, eine Rampe gebaut wird, samt zweigeschossigem Parkdeck, um das Parkplatz- und Verkehrsproblem zu lösen. Ein Anker, der für ausreichende Kundenfrequenz auch für kleinere Geschäfte in der Umgebung sorgt, wird favorisiert. Er soll eine Verkaufsfläche von 800  Quadratmetern, besser wäre etwas kleiner, nicht überschreiten. Ein Teilbereich der Eisenbahnstraße zwischen Wolter- und Hauptstraße soll Fußgängerzone werden. Wohnen und Gewerbe sollen angesiedelt werden. Direkt am Bahnhof könnten drei Dreigeschosser entstehen.
Zum anderen hat sich eine Gruppe Gemeindevertreter gefunden, die aus den Fraktionen Linke und Die Parteilosen besteht sowie aus den Gemeindevertretern Elke Fürstenberg und Helmut May sowie Hartmut Kretschmar (Grüne/B 90) und Jürgen Ulrich (fraktionslos). Sie will auf den Anker verzichten. Denn die Gruppe befürchtet, dass das Verkehrsproblem einfach nicht in den Griff zu bekommen sein wird. Sie greift auf den seit Längerem geplanten Biomarkt am Rosa-Luxemburg-Damm zurück. Und will dort auf einen der beiden Biomärkte verzichten. Und stattdessen den avisierten Drogeriemarkt integrieren, so dass ein Biomarkt-/Drogeriezentrum entsteht.
Direkt am S-Bahnhof sollte durch die Gemeinde selbst investiert werden. Und zwar in eine öffentliche und 24 Stunden geöffnete Toilette, in mindestens 100 neue Fahrradstellplätze und in ein Gebäude, in dem der Obstladen und die Kneipe eingeordnet werden könnten. Die Bürger sollen aufgefordert werden, Ideen der Gestaltung einzureichen. Anregungen gibt es, die von einem Rosengarten bis zu einem Graffitipark reichen.
An der Hauptstraße soll das Eisenbahnhaus erhalten und ergänzt werden. Vorstellbar ist ein von der KENeu errichtetes Gebäude für Übernachtungen, das vom gegenüberliegenden Restaurant Morsteins mit bewirtschaftet wird. Künstler, aber auch Tagungsgäste sowie Feiernde sollen es füllen.
Und zwischen Pension und S-Bahnhof könnten dann in lockerer Bauweise mehrere Gebäude entstehen, die Gewerbetreibenden angeboten werden sollten, die sich dort dauerhaft niederlassen und die Häuser kaufen. Der Wochenmarkt würde direkt an den S-Bahnhof rutschen.
Öffentlich diskutiert werden die Vorschläge auf einer Bauausschuss-Sitzung am 7. September, 18.30 Uhr, im Fraktionsraum im Rathaus-Neubau.