Jahrelang haben die Gemeindevertreter über die Bebauung der Eisenbahnstraße gestritten, sich geeinigt, verworfen, neu geplant. Und beschlossen, die Eisenbahnerhäuser abzureißen. Dies ist gerade geschehen. Zeitgleich wurden der vorhabenbezogene Bebauungsplan erarbeitet und im beschleunigten Verfahren eine vorgezogene Behördenbeteiligung vorgenommen. Nun sind die Neuenhagener gefragt, sich mit ihren Anregungen einzubringen. Mit 14 Ja- und vier Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen haben die Gemeindevertreter dafür grünes Licht gegeben. Zuvor aber wurde diskutiert.
Vorgesehen ist, dass ein Einzelhandelsstandort mit vier Läden entsteht, die zwischen 70 und 140 Quadratmeter groß und voneinander unabhängig sind. Dazu kommen noch ein 800 Quadratmeter großer Drogeriemarkt als Eckgebäude zwischen S-Bahn und Hauptstraße sowie ein Bäcker/Bistro mit 200 Quadratmetern Nutzfläche, der in Richtung des Blumenladens angeordnet wird. Die Geschäfte stehen parallel zur S-Bahn. Dort werden auch die meisten der 64 Stellplätze angeordnet. Zur Eisenbahnstraße öffnet sich ein Marktplatz. Wohnungen stehen unter dem Vorbehalt der immissionsschutzrechtlichen Zulässigkeit. Ansgar Scharnke (Die Parteilosen) kritisierte nicht nur die 86-prozentige Versiegelung des Areals, sondern auch den "unsäglichen Architekturmix aus Bürgerhaus und Eisenbahnerhäusern". Er glaubte auch, dass die Verwaltung zur falschen Zeit die falschen Träger beteiligt habe, dies wurde aber von Fachbereichsleiterin Janina Meyer-Klepsch aufgeklärt. Ein solches beschleunigtes Verfahren mit vorgezogener Behördenbeteiligung sei üblich, um vorab zu klären, ob gravierende Einwände kommen. Elke Fürstenberg zeigte sich entsetzt darüber, dass insgesamt 153 Bäume gefällt wurden und es nur acht neue als Ersatz geben wird. Der Marktplatz sei zudem zu klein und die Ausfahrt an den Schranken habe Hochpotenzial für Unfälle. Hartmut Kretzschmer (B90/Grüne) lehnt das Vorhaben kategorisch ab. Das Bauwerk sei viel zu groß und kompakt, die Versiegelung zu hoch, Bäume hätten keine Chance, sich zu entwickeln. Fraktionskollege Georg Stockburger hielt dagegen, dass die ökologische Gesamtbilanz betrachtet werden müsse. Wenn es endlich den Drogeriemarkt gäbe, sparten sich die Bürger Autofahrten.
Nun sind die Bürger gefragt: Vom 6. Juni bis 6. Juli liegt das Planwerk im Rathausfoyer aus. Jeder kann sich die Unterlagen ansehen und Hinweise, Anregungen und Bedenken formulieren.
Einsichtnahme: Mo., Mi. 9-15 Uhr, Di. 9-18 Uhr, Do. 8-17 Uhr und Fr. 8-12 Uhr.