Tom Bongert schüttelt den Kopf. Wie in den fünf Vorjahren wird er auch diesmal keine große Silvesterfeier in seinem Restaurant ausrichten. "Bei uns läuft am 31. Dezember das ganz normale Mittagsgeschäft", sagt er. Bei der Öffnungszeit will er sich für den letzten Tag des Jahres nicht auf die Minute festlegen. So gegen 14 Uhr oder vielleicht 14.30 Uhr werde die Fähre dann schließen. Genug Zeit für Spaziergänger, vielleicht noch auf einen Glühwein vorbeizuschauen.
Tom Bongert hat sich das mit dem Silvester-Verzicht genau überlegt. Aufwand und Nutzen stünden in keinem gesunden Verhältnis. Er spricht von besonders hohen Erwartungen der Gäste, deren Interessen ebenso breit gefächert seien wie die Altersstruktur und nur schwer zu erfüllen. Und listet die zusätzlichen Kosten auf, die an einem Silvesterabend anfielen. 100 Prozent höhere Gema-Gebühren, 100 Prozent Gagen-Aufschlag für die Band und noch die Vergnügungssteuer, die die Stadt verlange. Wenn er dann noch die anderen Kosten für das Buffet, Arbeitskräfte, Deko usw. zurechne, "habe ich weniger als sonst".
Statt zur Silvesterparty laden Bongert und sein Team zum Neujahrsbrunch. Die Gäste werden ab 10 Uhr erwartet, bis 11.30 Uhr gibt es diverse Frühstücksangebote, anschließend kündigt Bongert Gänsekeulchen, Schnitzel "und viele kleine Leckereien" an. Wer zwischendurch mal einen kleinen Spaziergang unternehmen will, kann das gerne tun und sich dann weiter gütlich tun. So gegen 14 Uhr klinkt der Neujahrsbruch dann allmählich aus. Wer sich jetzt noch anmelden möchte, kommt übrigens zu spät. Die 100 Plätze sind bereits gebucht. In der Mehrzahl handelt es sich um Stammgäste aus Strausberg und der näheren Umgebung.
Tom Bongert selbst wird ganz ruhig ins neue Jahr feiern. Zusammen mit seiner Freundin wird der Restaurantchef die Silvesternacht zu Hause "ohne Stress" verleben. Auf den Tisch kommt bei ihnen in diesem Jahr ein Barsch, dazu werden sie einen guten Wein trinken.