Die 2019er-Bilanz und der 2020er-Ausblick, die der Wirtschaftsbeigeordnete des Landrats, Rainer Schinkel, beim Neujahrsempfang der Stic-Wirtschaftsfördergesellschaft gab.
Im berlinnahen Raum herrsche schon ein Beschäftigungsgrad, den man als Vollbeschäftigung bezeichnen könne, bezog sich Schinkel auf den jüngsten Arbeitsmarktbericht. Seit Jahren steige die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis, so von 50 204 (2017) auf 51 294 (2019). 2009 waren es ganze 43 339 Märkisch-Oderländer mit einem solchen Arbeitsverhältnis. Der Anteil der Beschäftigten an der arbeitsfähigen Bevölkerung, also die Beschäftigungsquote, stieg von 60,5 (2017) auf 62,1 im vergangenen Jahr, adäquat sinke die Arbeitslosenquote jetzt auf 5,1 Prozent, was den Vergleich zu LOS mit 5,8 und Frankfurt mit 7,5 Prozent nicht scheuen muss.
Als Rainer Schinkel auf die Bevölkerungsentwicklung zu sprechen kam, warf er eine Grafik an die Leinwand: Sattgrün leuchteten die Gemarkungen von Hoppegarten, Neuenhagen, Altlandsberg, Fredersdorf-Vogelsdorf, Petershagen-Eggersdorf, der Märkischen Schweiz und des Amtes Neuhardenberg, etwas blasser grün sind Rüdersdorf, Strausberg und Müncheberg ausgemalt. Tief rot hingegen Seelow-Land, Amt Golzow, Gemeinde Letschin und die Stadt Wriezen. "In Neuhardenberg erklärt sich der Zuwachs aus der Unterbringung der Geflüchteten", beantwortete er eine Frage, die hinter mancher Stirn gewälzt wurde. Seit dem Zensus 2012 mit 187 000 Einwohnern ist deren Zahl kontinuierlich bis auf 194 328 im Jahr 2018 gewachsen: "Heute können wir von 195 000 ausgehen, was natürlich auf den überproportionalen Zuwachs am Berliner Rand zurückgeht, der den Verlust in Odernähe mehr als ausgleicht."
Neben all der Statistik listete der Kreiskämmerer einige Eckdaten des Kreishaushaltes auf, der am 19. Februar im Kreistag zur Abstimmung steht. Die anwesenden Kommunalpolitiker aus dem ganzen Landkreis interessierten ebenso wie die Unternehmer die Investitionen, für die Aufträge an regionale Firmen gehen werden. So seien bis 2023 30 Millionen Euro für den Neubau eines Gymnasiums in Strausberg eingeplant. 17,8 Millionen Euro fließen in das Heinitz-Gymnasium Rüdersdorf einschließlich einer neuen Sporthalle. In den Neubau der Förderschule in Neuenhagen sollen bis 2023 31,2 Millionen Euro investiert werden. Das neue Straßenverkehrsamt, das im Juni im Gewerbegebiet Straus­berg-Nord eingeweiht werden soll, hat 8,5 Millionen Euro gekostet.  Ebenso viel steckt der Landkreis in ein neues Bürogebäude auf dem Gelände des Stic.
Breitband auch für Strausberg
Richtig viel Geld, nämlich 200 Millionen Euro von Bund, Land und Landkreis, fließen in den Glasfaser-Breitbandausbau. "Und da ist jetzt auch Strausberg dabei", betonte Schinkel in Richtung des ersten Tisches, an dem Straus­bergs Stadtverordnetenvorsteher Steffen Schuster (UfW/Pro Strausberg), SPD-Fraktionsvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Sibylle Bock und die Geschäftsführer der Strausberger Stadtwerke, Frank Elstermann, und der Strausberger Eisenbahn, Irina Kühnel, saßen. Straus­berg hatte sich zunächst nicht am Projekt beteiligen wollen.