5283 Einwohner zählte Rehfelde am ersten Tag des neuen Jahres und ist damit weiter gewachsen. Wachstum, das auch neue Herausforderungen bietet, denen mit dem Grundstein zum neuen Werderaner Feuerwehrgerätehaus und zwei neuen Fahrzeugen Rechnung getragen wurde. Der ehrenamtliche Einsatz der Kameradinnen und Kameraden sei "mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen", so Rehfeldes Bürgermeister. Auch das Rehfelde-Mobil bedeutet nicht nur Mobilität, sondern vor allem auch soziale und gesellschaftliche Teilhabe, die sich ebenso gut auf der sanierten Kegelbahn ausleben lässt, die 2019 eingeweiht wurde. Die "investierten Mittel lassen die Entwicklung deutlich erkennen", schloss Patrick Gumpricht.
Lebendige Dörfer
Einen kurzweiligen Empfang wünschte sich Gumpricht, damit die Gäste im Gasthaus "Zur Alten Linde" ins Gespräch kämen und sich austauschten. Die Ausgestaltung des Projekts Mühlenfließ mit Wohnungen, Gewerbe und Serviceleistungen, um Rehfeldes Zentrum zu "neuem Glanz" zu bringen, sei nur ein Vorhaben. Schulerweiterung, Kitaneubau und ein bedarfsgerechterer und attraktiver öffentlicher Nahverkehr vor allem in Richtung Rüdersdorf und Strausberg seien weitere Ansatzpunkte.
"Wir haben lebendige Dörfer, vor allem durch die vielen Engagierten", lobt Gumpricht und lenkt das Augenmerk auf den sogenannten Bürgerhaushalt, der zeitnah auf den Weg gebracht werden soll. Darin sollen finanzielle Mittel eingestellt werden, die für bürgerschaftliche Vorhaben eingesetzt werden können. Aufgrund des vielseitigen Engagements ging Gumpricht nicht auf einzelne Personen und Gruppen ein und schloss: "Wir haben viel vor, doch gemeinsam schaffen wird das."
Dass die Menschen "das Leben im Ort gestalten" lobte Landrat Gernot Schmidt (SPD). Rehfelde habe immer "seinen Anteil geleistet" und auch in Richtung des ehemaligen Bürgermeisters Reiner Donath, der viele Entwicklungen im Ort angestoßen hat, sprach Schmidt seinen Dank aus. Dem Dank an Reiner Donath, der seit 2003 stellvertretende und von 2008 bis 2019 schließlich selbst Bürgermeister war, schloss sich Amtsdirektor Marco Böttche an. "Er gab zahlreiche Ideen und Impulse. Vieles was Rehfelde lebenswert macht, geht auf ihn zurück", so Böttche. Kita-, Hort- und Schulplätze seien Dinge, die auch das Amt Märkische Schweiz angehen werde. Die Erstellung des neuen Gefahrenabwehrbedarfsplans, neue einheitliche Kleidung im Wert von etwa 180 000 Euro sowie ein neuer hauptamtlicher Gerätewart nannte der Amtsdirektor als einige kommende Herausforderungen. "Gesellschaft braucht Rettungskräfte und Respekt", mahnte Marco Böttche.
Der stellvertretende Bürgermeister aus der polnischen Partnergemeinde Zwierzyn lobte die bisherige Zusammenarbeit und freut sich, dass die Partnerschaft 2020 bereits in das 15. Jahr geht. Ein Höhepunkt, der später noch ausgiebig gefeiert werde. Doch auch ein paar Änderungen gibt es mit dem neuen Jahr. So ist es für Ortschronist Martin Tesky nach über 20 Jahren der schönen und anspruchsvollen Arbeit das letzte in dieser Position. Auch Hans-­Günter Hoffmann, der praktisch Chef der Rehfelder Online-Redaktion ist und nicht nur selbst ständig berichtete, sondern den Online-Auftritt der Gemeinde belebte und voranbrachte, zieht sich aus dem Amt zurück.
Mit den Ehrungen verdienter Bürger leiteten die stellvertretende Bürgermeisterin Kathrin Krupski und Björn Grabert gemeinsam mit Patrick Gumpricht das Ende des etwa einstündigen offiziellen Teils ein. Erstmals seit 2016 wurde mit Klaus-Peter Püschel, der seit über 50 Jahren in der Rehfelder Feuerwehr aktiv ist, wieder eine Eintragung im Ehrenbuch der Gemeinde vorgenommen. Für Musik sorgte die Fredersdorfer Cellistin Susanne Langner, die kurzfristig für einen erkrankten Kollegen eingesprungen war, und die Moderation des Abends übernahm Steffen Hunger. Sodann ging es ans Buffet und zu zahlreichen kleineren und größeren Gesprächsrunden, in denen Pläne geschmiedet und Ideen ausgetauscht wurden, bis der Abend langsam in stimmungsvoller Runde ausklang.