"Für uns wäre es der Todesstoß, wenn wir kurzfristig hier raus müssten", machte Günter Bauer für die Dorfmusikanten deutlich. Die 14 Mitglieder, die so weit verstreut wie Hennickendorf, Rehfelde, Strausberg, Berlin und Oberkrämer wohnen, treffen sich immer Donnerstagabend zur Probe. Ein relativ neuer Nutzer seit etwa einem Jahr ist der Freizeitclub S 5 mit seinen 60 Mitgliedern. "Drei- bis Viermal monatlich", so Vorsitzende Kerstin Ziebandt, komme man zu unterschiedlichen Aktivitäten zusammen. "Das Haus ist für uns ein Glückstreffer", betonte sie. Vorher musste man für Tanz, Spiel- und Themennachmittage von Gaststätte zu Gaststätte ziehen.
Für "kaum zu verantworten" mit Blick auf die vielen Nutzer hält Marianne Melchert von der Tanzgruppe der Volkssolidarität einen etwaigen Verkauf. Das Objekt biete so vielfältige räumliche Möglichkeiten, das schaffe kaum ein anderes Gebäude.
"Für uns ist das Haus als Standort wie ein Lottogewinn", betonte auch Stefan Häusler für die Amateurfunker, "obwohl wir bei den technischen Möglichkeiten etwas eingeschränkt sind." Über den Funkverkehr - mit dem vom früheren Standort Bunker Harnekop stammenden Clubkennzeichen mit "NVA" im Namen - mache man auch Werbung für die Gemeinde. Ins Objekt Kegelbahn am Markt umzuziehen, komme für die Funker wegen technischer Bedürfnisse nicht in Betracht, so Häusler.
Die acht Mitglieder des Kanuvereins Bötzsee haben im hinteren Grundstücksteil ihre Boote liegen, sagt Thomas Köhler. Auch die Musikschule nutzt die Räumlichkeiten. Und Katja Glante von der Folkdance-Gruppe des Vereins Bauernvolk verwies auf den demografischen Wandel. Gerade wenn es bis 2030 noch mehr Ältere in allen Ortsteilen gebe, sei das Haus Bötzsee für Eggersdorf als Kultur- und Vereinshaus noch unverzichtbarer. Ähnlich sieht das Klaus Tschörtner, langjähriger Vorsitzender der Kulturbund-Ortsgruppe, der die "Entwicklung auf Augenhöhe", die sich beide Teile bei der Doppeldorf-Gründung versprochen hatten, bei mancherlei Konzentrationsprozessen Richtung Petershagen nicht mehr gewahrt sieht.
Verunsichert von fortgesetzten Debatten um die Zukunft des Hauses sind auch der Kinderhilfeverein, der seit Jahren die weißrussischen Kinder im Objekt unterbringt, und der Eggersdorfer Carnevalclub (ECC).
Die fast 150 Mitglieder, so ECC-Präsident Gunnar Bramann, nutzen das Nebengebäude vor allem für ihren Fundus, von Technik bis zu teuren Mariechenkostümen. Bis 2023 läuft noch der Mietvertrag, den auch ein Verkauf nicht brechen würde, wie der Bürgermeister sagte. Momentan würde der ECC, der schon einiges in das Gebäude investiert hat, aber keine weiteren Arbeiten vornehmen. "Wir brauchen Sicherheit", so Bramann. Unklar wäre bei einem Verkauf auch, was aus den Konzerten werden solle, die immer von 30 bis über 100 Musikfreunde anlocken.