Wann haben Sie das letzte Mal Apfel gegessen? "Gestern." / Welche Sorte Äpfel schmeckt Ihnen am besten? "Evelina." Treffender hätten die Antworten von Anke Wollanik, Geschäftsführerin der Obstgut Franz Müller GmbH, und Peter Thuile, Geschäftsführer der BB Obst GmbH, auf Bianca Heises Fragen nicht ausfallen können.
Am Montag hat die zu dem Zeitpunkt noch amtierende Ortsvorsteherin von Wesendahl die beiden Vertreter der örtlichen Obstanbaubetriebe auf offener Bühne am Ortseingang befragt – in direkter Nachbarschaft zu einem überdimensionalen Schild an der Landesstraße, die durch den Altlandsberger Ortsteil führt. Neben dieser Willkommens-Offerte in Gelb-Rot wird es künftig auch an den beiden anderen Einfallsstraßen aus Richtung Strausberg und Hirschfelde solche Schilder geben.
Für sie gehe mit dem Platzieren dieser Schilder ein Herzenswunsch in Erfüllung, erklärte Bianca Heise zur feierlichen Enthüllung eines symbolischen Schildes vor den Betriebshallen der Märkischen Erzeuger- und Vermarktungsorganisation GmbH (MEV) im Beisein von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD). Wesendahl sei zwar nur der fünftgrößte von sechs Altlandsberger Ortsteilen, doch durch den Obstanbau ein ziemlich bedeutungsvoller und in der Region weithin bekannter Ort. Zudem fungiert der Obstanbau für Altlandsberg als einer der größten Arbeitgeber der Stadt, wie Bürgermeister Arno Jaeschke betonte.
Titel für Obstkönig
Der Hofladen am Ortseingang aus Berlin ist sommers wie winters Anlaufpunkt. Zur Selbstpflücke in beiden Betrieben kommen Menschen aus der Umgebung und der Hauptstadt nach Wesendahl und die MEV-Transporter bringen hier Produziertes in Verbrauchermärkte der Region. So habe Wesendahl nach der Spargelstadt Beelitz verdientermaßen Anspruch auf einen solchen Titel wie Apfeldorf, sagte Kay Rückebold vom Dachverband pro agro, dem die beiden Betriebe angehören. Auf über 300 Hektar Apfelanlagen pflegen, ernten und prägen seit der Wende vor allem drei Familien mit ihrem Mitarbeiterstamm das Geschehen: Müller, Dallago und Thuile, wenngleich der Standort bereits auf eine mehr als 60-jährige Obstanbautra­di­tion verweisen kann und heute als zweitgrößtes Apfelanbaugebiet in Brandenburg gilt. Auch Erdbeeren, Kirschen und Pflaumen gehören ins Anbauprogramm.
Vor Ort produzieren, ernten und in hoher Qualität und Frische an den Verbraucher in der Nähe bringen, diesen Anspruch demonstrieren die Willkommensschilder. Peter Thuile vergleicht, das sei immer noch gesünder als Müsliriegel oder Bananenshake.