„Für mich ist die ÖDP genau das Richtige, weil sie eine kleine Partei ist. Denn ich habe das Gefühl, dass ich hier nicht nur einmal im Jahr meinen Beitrag bezahle und das war’s dann, sondern, dass ich wirklich etwas bewirken kann“, sagt die Frau, die eine 13 und eine 17 Jahre alte Schwester hat. Wichtig sind ihr drei Themen: Ressourcenverbrauch, ökologische und soziale Mindeststandards sowie faire Handelsverträge. Wichtig sei, dass in Billiglohnländern, in denen etwa Textilien für Europa produziert werden, Mindeststandards gelten. Nur Unternehmen, die sich dran hielten, deren Produkte dürfen importiert werden.
Sorgen bereitet ihr umgekehrt, dass die EU gegenüber afrikanischen Staaten oft ihre Machtposition ausnutzt, was wiederum dazu führe, dass der afrikanische Markt mit Dingen überschwemmt werde, die er selbst produzieren könnte.
Sieben Monate hat die einzige Brandenburger ÖDP-Kandidatin unter anderem in Brüssel und Straßburg als Praktikantin gearbeitet und dort bereits intensiv EU-Parlaments-Luft geschnuppert. Paula Stier sagt über sich, dass sie ehrgeizig dabei bleibt, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. So, wie damals, als sie mit ihrer Freundin los marschierte. Nach Polen sollte es zu Fuß gehen. In Polen sind sie zu Fuß auch angekommen.
Dass die junge Frau es wirklich ernst meint mit ihrem ökologischen Engagement, zeigt sich auch in so ehrlichen Antworten wie: „Ich versuche mich beim Klamotten kaufen einzuschränken. Bei meinen Urlaubstouren könnte ich aber noch besser werden.“ Ihre Eltern hat Paula Stier mit ihrer Einstellung längst überzeugt. Das Lehrer-Paar ist mittlerweile in der ÖDP engagiert, Gurken mit einer Extra-Verpackung drum herum werden zum Beispiel nicht gekauft und ein Auto besitzt die Familie ganz bewusst auch nicht.(mei)